Tao Te Ching Kapitel 14: Der vollständige Kommentar

Der folgende Inhalt bietet eine multiperspektivische Tiefenanalyse jedes Satzes dieses Kapitels, die traditionelle Kommentare, philologische Analysen, philosophische Interpretationen und weitere Dimensionen umfasst. Grundtext: Wang Bis Kommentar zum Daode Zhenjing, Ausgabe des Zhengtong Daozang
Die „Kombination"-Bezeichnung jeder Deutung folgt dem Format „Zeichen + Bedeutungsnummer" (z.B. „dàoC-A"), d.h. diese Deutung verwendet Bedeutung C von „dào" und Bedeutung A von „". Das vollständige Glossar finden Sie am Ende dieses Kapitels: [Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen].

[Satz 1] shìzhījiànmíngyuē;(Man blickt auf es, doch kann es nicht sehen — es heißt Yi.)

Kapitel 14 · Satz 1: shìzhījiànmíngyuē

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shìA-zhīA-A-jiànA-míngA-yuēA-B
Übersetzung: Man blickt auf es, doch kann es nicht sehen; dieser Zustand wird „Yi" (farblos) genannt.
Deutung: Die gängigste Deutung. Das Tao (dào) ist form- und farblos und übersteigt die Reichweite der visuellen Wahrnehmung. Heshanggongs Kommentar: „yuēyáncǎishìérjiànzhī。" („Was farblos ist, heißt Yi. Das bedeutet, dass das Eine keine Farbe hat und durch Blicken nicht gesehen werden kann.") Wang Bi sagt ebenfalls: „zhuàngxiàngshēngxiǎngnéngsuǒtōngsuǒwǎng。" („Ohne Gestalt noch Bild, ohne Klang noch Echo, daher kann es alles durchdringen und überall hingelangen.") Hier bezeichnet „Yi" spezifisch die Unsichtbarkeit des Tao.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „yuēyáncǎishìérjiànzhī。"
Kapitel 14 · Satz 1: shìzhījiànmíngyuē

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: shìB-zhīA-A-jiànA-míngA-yuēA-A
Übersetzung: Man betrachtet es aufmerksam, doch kann es nicht sehen; dieser Zustand heißt „Yi" (eben/gleichförmig).
Deutung:shì" (shì) nimmt die Bedeutung „prüfend betrachten" an, und „" (yí) nimmt seine Grundbedeutung „eben/gleichförmig" an. Selbst bei sorgfältigster Betrachtung ist nichts zu sehen — es zeigt sich ein Zustand der „Ebenheit" (keine Unterscheidung, keine Wellenbewegung). „Yi" bedeutet nicht „verschwunden", sondern „so absolut gleichförmig und eben, dass das Sehvermögen es nicht unterscheiden kann". Diese Deutung impliziert, dass das Tao nicht Nichts ist, sondern absolute Gleichförmigkeit.
Ähnliche Ansichten: Deutungen einiger Philologen, die von der Grundbedeutung von „" ausgehen.
Kapitel 14 · Satz 1: shìzhījiànmíngyuē

[Deutung 3] Neuartig · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: shìA-zhīA-A-jiànB-míngA-yuēA-B
Übersetzung: Man blickt auf es, doch es offenbart sich nicht; dies heißt „Yi".
Deutung:jiàn" (xiàn) nimmt die Bedeutung „sich offenbaren/erscheinen" an. Es liegt nicht an der Unzulänglichkeit des menschlichen Sehvermögens, sondern daran, dass das Tao selbst wählt, sich nicht zu offenbaren — es verbirgt sich aktiv im Formlosen. Diese Deutung verleiht dem Tao Subjektivität: Das Tao ist nicht „unsichtbar", sondern „offenbart sich nicht".
Ähnliche Ansichten: Deutungen, die „jiàn" als „xiàn" (erscheinen/sich offenbaren) glossieren.

[Satz 2] tīngzhīwénmíngyuē;(Man lauscht ihm, doch kann es nicht hören — es heißt Xi.)

Kapitel 14 · Satz 2: tīngzhīwénmíngyuē

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: tīngA-zhīA-A-wénA-míngA-yuēA-B
Übersetzung: Man lauscht ihm, doch kann es nicht hören; dieser Zustand wird „Xi" (lautlos) genannt.
Deutung: Parallel zum vorangehenden Satz „shìzhījiàn". Das Tao ist ohne Klang und Echo und übersteigt die Reichweite der auditiven Wahrnehmung. Heshanggongs Kommentar: „shēngyuēyányīnshēngtīngérwénzhī。" („Was lautlos ist, heißt Xi.") Die drei Begriffe (Yi, Xi, Wei) entsprechen dem Versagen der drei Sinne: Sehen, Hören und Tasten.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „shēngyuēyányīnshēngtīngérwénzhī。"
Kapitel 14 · Satz 2: tīngzhīwénmíngyuē

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: tīngB-zhīA-A-wénA-míngA-yuēA-A
Übersetzung: Man lauscht aufmerksam, doch kann es nicht hören; es heißt „Xi" (selten).
Deutung:tīng" (tīng) nimmt die Bedeutung „aufmerksam lauschen" an, und „" (xī) nimmt seine Grundbedeutung „selten" an. Der Klang des Tao ist äußerst selten und flüchtig; selbst aufmerksames Lauschen kann ihn nicht erfassen. Kapitel 41 sagt auch „yīnshēng" („Der größte Klang hat seltenen Ton") — der größte Klang ist paradoxerweise unhörbar. In dieser Deutung bedeutet „Xi" nicht „völlig lautlos", sondern „so selten, dass es praktisch nicht existiert".
Ähnliche Ansichten: Die Gedankenführung von Kapitel 41 „yīnshēng".
Kapitel 14 · Satz 2: tīngzhīwénmíngyuē

[Deutung 3] Neuartig · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: tīngA-zhīA-A-wénB-míngA-yuēA-C
Übersetzung: Man lauscht ihm, doch kann es nicht erfassen; es heißt „Xi" (subtil).
Deutung:wén" (wén) nimmt die Bedeutung „erfassen/wissen" an, und „" (xī) nimmt die Bedeutung „subtil" an. Es ist nicht nur auditiv unhörbar, sondern kognitiv unerfassbar — der Klang des Tao ist zu subtil und übersteigt die menschliche kognitive Fähigkeit.
Ähnliche Ansichten: Erkenntnistheoretische Deutungen einiger Kommentatoren.

[Satz 3] zhīmíngyuēwēi。(Man greift danach, doch kann es nicht fassen — es heißt Wei.)

Kapitel 14 · Satz 3: zhīmíngyuēwēi

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-zhīA-A-A-míngA-yuēA-wēiB
Übersetzung: Man greift danach, doch kann es nicht fassen; dieser Zustand wird „Wei" (formlos) genannt.
Deutung: Der letzte der drei Sinne — der Tastsinn. Das Tao ist ohne Form und Körper; Hände können es weder berühren noch ergreifen. Heshanggong: „xíngyuēwēiyánxíngtuánchíérzhī。" („Was formlos ist, heißt Wei.") „Es ansehen, doch nicht sehen können" (farblos), „ihm lauschen, doch nicht hören können" (lautlos), „danach greifen, doch nicht fassen können" (formlos) — diese drei negieren vollständig die Möglichkeit, das Tao durch sinnliche Wahrnehmung zu erkennen.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „xíngyuēwēiyánxíngtuánchíérzhī。"
Kapitel 14 · Satz 3: zhīmíngyuēwēi

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: B-zhīA-A-B-míngA-yuēA-wēiA
Übersetzung: Man berührt es, doch kann es nicht wahrnehmen; es heißt „Wei" (winzig/subtil).
Deutung:" (bó) nimmt die Bedeutung „berühren" an, und „wēi" (wēi) nimmt seine Grundbedeutung „winzig/subtil" an. Das Tao existiert durchaus; es ist nur zu winzig — so subtil, dass selbst der Tastsinn es nicht wahrnehmen kann. Diese Deutung bewahrt die Realität des Tao und betont zugleich seine extreme Feinheit.
Ähnliche Ansichten: Philologische Deutungen ausgehend von der Grundbedeutung von „wēi".
Kapitel 14 · Satz 3: zhīmíngyuēwēi

[Deutung 3] Neuartig · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-zhīA-A-A-míngA-yuēA-wēiC
Übersetzung: Man will es ergreifen, doch kann es nicht fassen; es heißt „Wei" (verborgen).
Deutung:wēi" (wēi) nimmt die Bedeutung „verborgen/geheim" an. Das Tao ist nicht formlos, sondern verbirgt sich aktiv — es wählt, von den menschlichen Sinnen nicht erfasst zu werden. Dies korrespondiert mit der obigen Deutung, in der „jiàn" als xiàn gelesen wird: Das Tao verbirgt sich aktiv jenseits von Form, Klang und Körper.
Ähnliche Ansichten: Korrespondiert mit „dàoyǐnmíng" („Das Tao verbirgt sich und hat keinen Namen") in Kapitel 41.

[Satz 4] sānzhězhìhùnérwèi。(Diese drei können nicht ergründet werden, daher verschmelzen sie zu einem.)

Kapitel 14 · Satz 4: sānzhězhìhùnérwèi

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: zhìA-A-hùnA-A
Übersetzung: Diese drei (Yi, Xi, Wei) können nicht weiter erforscht werden, daher verschmelzen sie zu einem.
Deutung: Die gängigste Deutung. Die drei sensorischen Merkmale — farblos, lautlos und formlos — können nicht getrennt untersucht werden, denn sie alle weisen auf dieselbe unwahrnehmbare Existenz hin: das Tao. „Verschmelzen zu einem" (hùnérwèi) zeigt an, dass das Tao eine die sensorischen Kategorien transzendierende Einheit ist. Heshanggong: „hùnsānmíngzhīwèi。" („Hun bedeutet ‚vereinigen'. Die drei Namen werden daher zu einem vereinigt.")
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „hùnsānmíngzhīwèi。"
Kapitel 14 · Satz 4: sānzhězhìhùnérwèi

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: zhìA-A-hùnB-B
Übersetzung: Diese drei können nicht weiter erforscht werden und bilden daher ein undifferenziertes Ganzes — das heißt, das Tao (das Eine).
Deutung:hùn" (hùn) nimmt die Bedeutung „undifferenziert/urtümlich" an (austauschbar mit „hún"), und „" (yī) nimmt das ontologische Konzept des „Tao" an. Betont wird nicht, dass die drei „vereinigt werden" (passiv), sondern dass sie von Natur aus ein undifferenziertes Ganzes sind (ihr natürlicher Zustand). In Heshanggongs System ist „das Eine" () ein anderer Name für das Tao.
Ähnliche Ansichten: Heshanggongs System, das „das Eine" () als alternativen Namen für das Tao verwendet.
Kapitel 14 · Satz 4: sānzhězhìhùnérwèi

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: zhìB-B-hùnA-A
Übersetzung: Diese drei können durch Befragung nicht erkannt werden, daher verschmelzen sie zu einem einzigen Ganzen.
Deutung:zhì" (zhì) nimmt die Bedeutung „erlangen" an, und „" (jié) nimmt die Bedeutung „befragen/untersuchen" an. Es geht nicht darum, „nicht bis zum Ende untersuchen zu können" (kognitive Grenze), sondern darum, „durch Befragung keine Antworten erlangen zu können" (methodologische Einschränkung) — die analytische Methode der Befragung vermag das Tao nicht zu erkennen; man muss eine andere, ganzheitliche Weise der Intuition anwenden.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „dāngshòuzhījìngqiúzhīshénwènérzhī。" („Man muss es in der Stille empfangen, es mit dem Geist suchen; es kann durch Befragung nicht erlangt werden.")

[Satz 5] shàngjiǎoxiàmèi。(Sein Oben ist nicht hell; sein Unten ist nicht dunkel.)

Kapitel 14 · Satz 5: shàngjiǎoxiàmèi

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shàngA-jiǎoA-xiàA-mèiA
Übersetzung: Sein Oberes ist nicht hell; sein Unteres ist nicht dunkel.
Deutung: Das Tao transzendiert den binären Gegensatz von Licht und Dunkelheit. Oben erscheint es nicht hell, weil es oben ist; unten erscheint es nicht dunkel, weil es unten ist — es wird von der räumlichen Position nicht beeinflusst und fällt in keine Kategorie von Gegensätzen. Heshanggong: „yánzàitiānshàngjiǎo。" „yánzàitiānxiàmèi。"
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „yánzàitiānshàngjiǎo。" „yánzàitiānxiàmèi。"
Kapitel 14 · Satz 5: shàngjiǎoxiàmèi

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: shàngB-jiǎoB-xiàB-mèiB
Übersetzung: An seinem Höchsten ist es nicht klar erkennbar; an seinem Niedrigsten ist es weder dunkel noch verblendet.
Deutung:jiǎo" (jiǎo) nimmt die Bedeutung „klar und deutlich" an, und „mèi" (mèi) nimmt die Bedeutung „verblendet/unwissend" an. Das Tao ist weder vollkommen klar und erkennbar noch vollkommen unerkennbar. Es existiert in einem Zwischenzustand zwischen „erkennbar" und „unerkennbar", genau wie „huǎng" (huǎnghū — undeutlich sichtbar, vage präsent).
Ähnliche Ansichten: Wang Bis dialektische Denkweise: „yánxiééryóuchéngyányǒuxiéérjiànxíng".

[Satz 6] shéngshéngmíngguī。(Endlos und unbenennbar, kehrt es zum Nichts zurück.)

Kapitel 14 · Satz 6: shéngshéngmíngguī

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shéngshéngA-míngA-B-guīA-A-A
Übersetzung: (Das Tao) erstreckt sich unaufhörlich und kann nicht benannt werden; es kehrt schließlich in den Zustand des „Nicht-Dinges" zurück.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Das Tao erstreckt sich endlos und unerschöpflich, kann aber durch keinen Namen bezeichnet werden. Es kehrt letztlich in einen Zustand des „Nicht-Dinges" () zurück, der alle konkreten Gegenstände transzendiert. Heshanggong: „zhìdāngguīzhīzhì。" („Wu bedeutet Substanz. Es muss letztlich zur Substanzlosigkeit zurückkehren.")
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „shéngshéngzhědòngxíngqióng。" „dāngguīzhīzhì。"
Kapitel 14 · Satz 6: shéngshéngmíngguī

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: shéngshéngA-míngB-A-guīA-B-A
Übersetzung: Sich unaufhörlich erstreckend und unbeschreibbar, löst es sich in den Raum zwischen dem „Nicht-Sein" () und den „Dingen" () auf.
Deutung:míng" (míng) nimmt die Bedeutung „beschreiben" an, und „" (wú) nimmt das ontologische Konzept an. Das Tao kann durch Sprache nicht beschrieben werden; worin es sich auflöst, ist nicht einfach „nichts" (die Abwesenheit von Dingen), sondern der Raum zwischen dem „Nicht-Sein" (der ontologischen Leere) und den „Dingen" (konkreten Gegenständen) — das Tao ist weder substanzielle Existenz noch absolutes Nichts.
Ähnliche Ansichten: Wang Bis dialektische Denkweise: „yánxiééryóuchéngyányǒuxiéérjiànxíng".

[Satz 7] shìwèizhuàngzhīzhuàngzhīxiàngshìwèihuǎng。(Dies nennt man die Gestalt des Gestaltlosen, das Bild des Dinglosen — dies nennt man das Schemenhafte.)

Kapitel 14 · Satz 7: shìwèizhuàngzhīzhuàngzhīxiàngshìwèihuǎng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-zhuàngA-zhīA-zhuàngA-A-A-zhīA-xiàngA-A-huǎngA
Übersetzung: Dies nennt man die Gestalt des Gestaltlosen, das Bild des Dinglosen — dies nennt man das Schemenhafte (huǎnghū).
Deutung: Obwohl das Tao ohne Gestalt und Bild ist, ist es nicht das absolute „Nichts" — es besitzt „die Gestalt des Gestaltlosen" (eine alle Gestalten transzendierende Gestalt) und „das Bild des Dinglosen" (ein alle Materie transzendierendes Bild). „Huǎnghū" (huǎng oder huǎng) ist der Fachbegriff für diese Existenzweise, die zugleich zu sein und nicht zu sein scheint. Wang Bi: „yánxiééryóuchéngyányǒuxiéérjiànxíngyuēzhuàngzhīzhuàngzhīxiàng。" Heshanggong: „huǎnghuǎngzhěruòcúnruòwáng。" („Das Eine ist schemenhaft präsent, als existierte es und als existierte es nicht.")
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „yánxiééryóuchéngyányǒuxiéérjiànxíng。"
Kapitel 14 · Satz 7: shìwèizhuàngzhīzhuàngzhīxiàngshìwèihuǎng

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: A-zhuàngB-zhīA-zhuàngB-A-A-zhīA-xiàngB-A-huǎngA
Übersetzung: Dies ist ein Zustand ohne bestimmte Beschaffenheit, ein Symbol ohne konkretes Ding — genannt das Schemenhafte (huǎnghū).
Deutung:zhuàng" (zhuàng) nimmt die Bedeutung „Zustand/Beschaffenheit" an, und „xiàng" (xiàng) nimmt die Bedeutung „Symbol" an. Das Tao hat keine bestimmte Beschaffenheit, bildet aber die Grundlage aller Beschaffenheiten; es hat kein konkretes Bild, wird aber zum Symbol aller Dinge. „Huǎnghū" ist nicht chaotische Unwissenheit, sondern unendliche Möglichkeit jenseits aller Bestimmtheit.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „yánxíngzhuàngérnéngwèiwànzuòxíngzhuàng。" („Das Eine hat weder Form noch Gestalt, kann aber für die zehntausend Wesen Form und Gestalt schaffen.")

[Satz 8] yíngzhījiànshǒusuízhījiànhòu。(Man geht ihm entgegen, doch sieht sein Haupt nicht; man folgt ihm, doch sieht sein Ende nicht.)

Kapitel 14 · Satz 8: yíngzhījiànshǒusuízhījiànhòu

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: yíngA-shǒuA-suíA-hòuA
Übersetzung: Man geht ihm von vorne entgegen und sieht sein Haupt nicht; man folgt ihm von hinten und sieht seinen Schweif nicht.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Das Tao hat weder Anfang noch Ende und transzendiert Raum und Zeit. Man geht auf es zu, und es hat kein Vorne (man weiß nicht, woher es kommt); man folgt ihm, und es hat kein Hinten (man weiß nicht, wohin es geht). Heshanggong: „duāndài。"
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „duāndài。" „yányǐngérkàn。"
Kapitel 14 · Satz 8: yíngzhījiànshǒusuízhījiànhòu

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: yíngB-shǒuB-suíA-hòuB
Übersetzung: Man blickt ihm entgegen und sieht seinen Anfang nicht; man folgt ihm und sieht sein Ende nicht.
Deutung:shǒu" (shǒu) nimmt die Bedeutung „Anfang/Ursprung" an, und „hòu" (hòu) nimmt die Bedeutung „Ende/Abschluss" an. Zeitliche Dimension: Das Tao hat weder Ausgangspunkt noch Endpunkt; es ist ewig und unendlich. Diese Deutung verwandelt eine räumliche Beschreibung (vorne und hinten) in eine zeitliche philosophische Reflexion (Anfang und Ende).
Ähnliche Ansichten: Korrespondiert mit Kapitel 25: „érgǎizhōuxíngérdài" im Thema der Ewigkeit.
Kapitel 14 · Satz 8: yíngzhījiànshǒusuízhījiànhòu

[Deutung 3] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: yíngA-shǒuA-suíA-hòuA
Übersetzung: Man empfängt es und sieht sein Haupt nicht; man folgt ihm und sieht sein Hinten nicht.
Deutung: Heshanggong deutet aus der Perspektive der Selbstkultivierung: Das Tao kann durch aktives Streben nicht erlangt werden; es kann nur durch „Beseitigung der Leidenschaften und Entfernung der Begierden" von selbst zurückkehren. Heshanggong: „chúqíngguīzhī。" („Beseitige die Leidenschaften und entferne die Begierden, und das Eine wird von selbst zu dir zurückkehren.")
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „chúqíngguīzhī。"

[Satz 9] zhízhīdàojīnzhīyǒu。(Am Tao des Altertums festhalten, um die Angelegenheiten der Gegenwart zu lenken.)

Kapitel 14 · Satz 9: zhízhīdàojīnzhīyǒu

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: zhíA-A-dàoA-A-B-jīnA-yǒuA
Übersetzung: Am Tao, das seit dem Altertum besteht, festhalten und es zur Lenkung der gegenwärtigen Angelegenheiten nutzen.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Obwohl das Tao alt und ewig ist, kann es zur Führung der gegenwärtigen Wirklichkeit dienen. Wang Bi: „yǒuyǒushì。" Das alte Tao ist kein veraltetes Relikt, sondern ein zeitloses ewiges Prinzip — gerade weil es „form- und namenlos" ist, wird es durch den Wandel der Zeiten nicht eingeschränkt. Dieser Satz ist der entscheidende Wendepunkt des Kapitels, von der abstrakten Beschreibung (Unwahrnehmbarkeit des Tao) zur praktischen Anwendung.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „suījīntóngshíyóuchéngzhìzhě。"
Kapitel 14 · Satz 9: zhízhīdàojīnzhīyǒu

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: zhíA-B-dàoA-B-C-jīnA-yǒuA
Übersetzung: Indem man das ewige Tao erfasst, kann man allen Dingen und Angelegenheiten der Gegenwart begegnen.
Deutung:" (gǔ) nimmt die Bedeutung „ewig" an (nicht spezifisch auf die Vergangenheit bezogen, sondern die Zeit transzendierend), und „" (yù) nimmt die Bedeutung „begegnen/handhaben" an. Diese Deutung verlagert den Schwerpunkt vom „Regieren des Staates" auf das Individuum — jeder, der das ewige Tao erfasst, kann gelassen allen gegenwärtigen Angelegenheiten und Veränderungen begegnen.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „shèngrénzhíshǒudàoshēng。"
Kapitel 14 · Satz 9: zhízhīdàojīnzhīyǒu

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: zhíB-A-dàoB-A-A-jīnA-yǒuB
Übersetzung: Den Grundsätzen des Altertums folgen, um das „Sein" (yǒu) der Gegenwart — den Bereich der Existenz — zu lenken.
Deutung:zhí" (zhí) nimmt die Bedeutung „befolgen/praktizieren" an, „dào" (dào) nimmt die Bedeutung „Grundsatz/Vernunft" an, und „yǒu" (yǒu) nimmt das ontologische Konzept an. Das „Sein" (yǒu) wird als philosophisch-ontologisches Konzept verstanden — die Gesamtheit aller Seienden in der phänomenalen Welt. Der Weise folgt dem alten Tao, um diese phänomenale Welt zu lenken, indem er das „Nicht-Sein" (, das Wesen des Tao) zur Beherrschung des „Seins" (yǒu, die Existenz aller Dinge) einsetzt.
Ähnliche Ansichten: Korrespondiert mit Kapitel 1: „míngtiānzhīshǐyǒumíngwànzhī" in der Beziehung zwischen Sein und Nicht-Sein.

[Satz 10] néngzhīshǐshìwèidào。(Den urzeitlichen Anfang erkennen können — dies nennt man den Leitfaden des Tao.)

Kapitel 14 · Satz 10: néngzhīshǐshìwèidào

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: zhīA-A-shǐA-dàoA-A
Übersetzung: Den urzeitlichen Ursprung verstehen können — dies nennt man das Leitprinzip () des Tao.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Zum urzeitlichen Zustand des Kosmos zurückverfolgen zu können bedeutet, das grundlegende Gesetz des Tao zu erfassen. „Dao ji" (dào) bedeutet den wesentlichen Grundriss des Tao, das übergreifende Prinzip, das alles Wissen und alle Praxis lenkt. Wang Bi: „xíngmíngzhěwànzhīzōng。" Heshanggong: „rénnéngzhīshàngběnshǐyǒushìwèizhīdàogāng。"
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „xíngmíngzhěwànzhīzōng。" Heshanggong: „rénnéngzhīshàngběnshǐyǒushìwèizhīdàogāng。"
Kapitel 14 · Satz 10: néngzhīshǐshìwèidào

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: zhīA-B-shǐB-dàoA-B
Übersetzung: Die Urquelle erkennen können — dies nennt man den Faden () des Tao.
Deutung:shǐ" (gǔshǐ) nimmt die Bedeutung „Urquelle" an, und „" (jì) nimmt seine Grundbedeutung „Faden/Hinweis" (das Anfangsende eines Seidenfadens) an. Obwohl das Tao „schemenhaft" (huǎng) und „unbenennbar" (míng) ist, gibt es dennoch einen „Faden" () zu finden — dieser Faden ist „die Urquelle" (shǐ). Wer die Quelle ergreift, hat den Anfangsfaden zum Verständnis des Tao ergriffen.
Ähnliche Ansichten: Philologische Deutungen ausgehend von der Grundbedeutung von „" (dem Anfangsende eines Seidenfadens).
Kapitel 14 · Satz 10: néngzhīshǐshìwèidào

[Deutung 3] Neuartig · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: zhīB-A-shǐA-dàoA-A
Übersetzung: Die Weisheit besitzen, den alten Anfang zu erkennen — dies ist das Leitprinzip des Tao.
Deutung:zhī" (zhī) wird als austauschbar mit „zhì" (zhì, Weisheit) gelesen. Es handelt sich nicht um gewöhnliches „Wissen", sondern um eine besondere Form der Weisheit, die nötig ist, um den urzeitlichen Ursprung zu erkennen — diese Weisheit selbst bildet das Leitprinzip des Tao.
Ähnliche Ansichten: Verbunden mit der philologischen Tradition, „zhī" als austauschbar mit „zhì" (Weisheit) zu lesen.

Zusammenfassung des Kapitels

Dieses Kapitel enthält 27 Deutungskombinationen.

[Kerndifferenzen]

Kapitel 14 ist die systematischste Passage im Tao Te Ching zur Beschreibung der Unwahrnehmbarkeit des Tao. Die Struktur des Kapitels ist kunstvoll: Die ersten drei Sätze (Sehen/Hören/Greifen) begründen die über-sinnliche Natur des Tao durch Negation von Sehen, Hören und Tasten; der Mittelteil (Verschmelzen zu einem → huǎnghū) verwendet paradoxe Ausdrücke wie „die Gestalt des Gestaltlosen" und „das Bild des Dinglosen", um zu zeigen, dass das Tao weder substanzielle Existenz noch absolutes Nichts ist, sondern im „schemenhaften" (huǎng) Zustand zwischen beiden existiert; die letzten zwei Sätze (am alten Tao festhalten → der Faden des Tao) wechseln von der Erkenntnis zur Praxis — obwohl das Tao unwahrnehmbar ist, kann es dennoch „festgehalten" (zhí) und „eingesetzt" () werden. Wang Bis Kommentar enthüllt die zentrale Dialektik: „yánxiééryóuchéngyányǒuxiéérjiànxíng" — man kann das Tao nicht „Nichts" nennen, denn alle Dinge entstehen durch es; man kann es nicht „Etwas" nennen, denn seine Form kann nicht gesehen werden. Heshanggong durchzieht den Text mit einer auf „das Eine" (, Synonym des Tao) zentrierten Deutung der Selbstkultivierung: Tao = das Eine, farblos, lautlos, formlos, und kann nur durch „Empfangen in der Stille, Suchen mit dem Geist" (shòuzhījìngqiúzhīshén) erfasst werden. Obwohl die beiden Kommentarwege unterschiedlich sind, weisen sie auf dieselbe Schlussfolgerung: Die Methode der Erkenntnis des Tao muss die sensorische Analyse transzendieren und zu einer ganzheitlichen intuitiven Erfassung zurückkehren.

Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen

shì
A. [Verb] To look; to see
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "shìzhān。" (Shì means to gaze.)
B. [Verb] To scrutinize; to examine carefully
Quelle: Erweiterte Bedeutung. To look at closely and carefully.
zhī
A. [Pron.] It; referring to the Tao
Quelle: Pronomen, referring to the Tao.
A. [Adv.] Not; negation
Quelle: Grundbedeutung
jiàn
A. [Verb] To see; to perceive visually
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "jiànshì。" (Jiàn means to see.)
B. [Verb] To appear; to manifest
Quelle: Erweiterte Bedeutung. To make visible.
míng
A. [Verb] To name; to call
Quelle: Verbaler Gebrauch.
B. [Subst.] Name; designation
Quelle: Nominaler Gebrauch.
yuē
A. [Verb] To be called; to be termed
Quelle: Grundbedeutung.
A. [Adj.] Level; even; flat
Quelle: Shuowen Jiezi: "píng。" (Yí means level.)
B. [Adj.] Colorless; invisible
Quelle: Heshanggong's commentary: "yuē。" (That which is colorless is called Yi.) Laozi's specialized usage.
tīng
A. [Verb] To hear; to perceive sound with the ears
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Verb] To listen attentively; to listen with concentration
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
wén
A. [Verb] To hear; to perceive by hearing
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "wénzhīwén。" (Wén means to hear and know.)
B. [Verb] To apprehend; to know
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
A. [Adj.] Rare; scarce
Quelle: Grundbedeutung. Same as "."
B. [Adj.] Soundless; silent
Quelle: Heshanggong's commentary: "shēngyuē。" (That which is soundless is called Xi.) Laozi's specialized usage.
C. [Adj.] Subtle; minute
Quelle: Erweiterte Bedeutung. So extremely fine as to be imperceptible.
A. [Verb] To seize with the hands; to catch
Quelle: Shuowen Jiezi: "suǒchí。" (Bó means to grasp and hold.)
B. [Verb] To touch; to make contact with
Quelle: Erweiterte Bedeutung. To feel with the hands.
A. [Verb] To obtain; to get
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Verb] To perceive; to apprehend by touch
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Sensory acquisition.
wēi
A. [Adj.] Minute; subtle
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Adj.] Formless; without physical form
Quelle: Heshanggong's commentary: "xíngyuēwēi。" (That which is formless is called Wei.) Laozi's specialized usage.
C. [Adj.] Concealed; hidden
Quelle: Erweiterte Bedeutung. "wēi访fǎng" (traveling incognito).
A. [Pron.] This
Quelle: Grundbedeutung
sān
A. [Subst.] Three (referring to Yi, Xi, Wei)
Quelle: Grundbedeutung
zhě
A. [Part.] ...that which (refers to the aforementioned things)
Quelle: Grundbedeutung
A. [Verb] Can; to be able to
Quelle: Grundbedeutung
zhì
A. [Verb] To exhaust; to pursue to the utmost
Quelle: Erweiterte Bedeutung. "zhìzhī" (to extend knowledge through the investigation of things).
B. [Verb] To bring about; to obtain
Quelle: Grundbedeutung. "zhìyuǎn" (to reach far).
A. [Verb] To interrogate; to investigate
Quelle: Shuowen Jiezi: "wèn。" (Jié means to question.)
B. [Verb] To cross-examine; to reprove by questioning
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Stern interrogation.
A. [Konj.] Therefore; hence
Quelle: Grundbedeutung
hùn
A. [Verb] To mix; to blend
Quelle: Grundbedeutung. Heshanggong: "hùn。" (Hùn means to combine.)
B. [Adj.] Undifferentiated; primordial
Quelle: Interchangeable with "hún." Primordially undivided.
ér
A. [Konj.] And thereby; and so
Quelle: Konjunktion
wèi
A. [Verb] To become
Quelle: Grundbedeutung
A. [Subst.] One; a single whole
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Subst.] "The One"; an alternate name for the Tao (ontological concept)
Quelle: Heshanggong uses "the One" () to refer to the Tao.
A. [Pron.] Its; referring to the Tao
Quelle: Pronomen
shàng
A. [Subst.] Above; the upper part
Quelle: Grundbedeutung
B. [Subst.] The heights; Heaven above
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
jiǎo
A. [Adj.] Bright; luminous; radiant
Quelle: Same as "jiǎo." Refers to brightness.
B. [Adj.] Clear; distinct
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Clearly discernible.
xià
A. [Subst.] Below; the lower part
Quelle: Grundbedeutung
B. [Subst.] The depths; below Heaven
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
mèi
A. [Adj.] Dark; dim; obscure
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "mèiàn。" (Mèi means dark.)
B. [Adj.] Benighted; ignorant
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
shéng
A. [Adj.] Continuous; unceasing (used in reduplication)
Quelle: Reduplicated form denoting continuity. Heshanggong: "shéngshéngzhědòngxíngqióng。" (Shéngshéng means moving and acting without limit.)
B. [Subst.] Rope; standard
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "shéngsuǒ。" (Shéng means cord.)
A. [Adv.] Again; once more
Quelle: Grundbedeutung
B. [Verb] To return; to revert
Quelle: Grundbedeutung. "fǎn" (to go back and forth).
guī
A. [Verb] To return; to revert
Quelle: Grundbedeutung.
A. [Part.] To; toward
Quelle: Grundbedeutung
A. [Adj.] Without; not having
Quelle: Grundbedeutung
B. [Subst.] "Non-being" (ontological concept)
Quelle: Laozi's philosophy
A. [Subst.] Thing; concrete object
Quelle: Grundbedeutung
shì
A. [Pron.] This; that
Quelle: Grundbedeutung
wèi
A. [Verb] To be called; to be termed
Quelle: Grundbedeutung
zhuàng
A. [Subst.] Shape; form
Quelle: Grundbedeutung
B. [Subst.] State; condition
Quelle: Erweiterte Bedeutung
xiàng
A. [Subst.] Image; appearance
Quelle: Grundbedeutung
B. [Subst.] Symbol; sign
Quelle: Erweiterte Bedeutung
A. [Adj.] Dim; indistinct
Quelle: Used together with "huǎng." A state of seeming presence and seeming absence.
huǎng
A. [Adj.] Vague; as if
Quelle: Used together with "." A state as if existing yet as if not.
yíng
A. [Verb] To welcome; to approach from the front
Quelle: Grundbedeutung. To go forward to meet.
B. [Verb] To face toward; to confront
Quelle: Erweiterte Bedeutung. To face directly.
shǒu
A. [Subst.] Head; front end
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Subst.] Beginning; origin
Quelle: Erweiterte Bedeutung. "shǒuchuàng" (to pioneer).
suí
A. [Verb] To follow; to go after
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "suícóng。" (Suí means to follow.)
hòu
A. [Subst.] Rear; back part
Quelle: Grundbedeutung
B. [Subst.] End; conclusion
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
zhí
A. [Verb] To hold; to grasp
Quelle: Extended from original meaning. To hold firmly.
B. [Verb] To carry out; to follow
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
A. [Adj.] Ancient; of antiquity
Quelle: Grundbedeutung
B. [Adj.] Immutable; eternal
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Emphasizing timeless permanence.
dào
A. [Subst.] The Tao; the cosmic ultimate and its patterns
Quelle: Laozi's core concept
B. [Subst.] Principle; reason
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
A. [Konj.] In order to; so as to
Quelle: Konjunktion indicating purpose
B. [Part.] By means of; with
Quelle: Präposition
A. [Verb] To drive; to steer
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "使shǐ。" (Yù means to drive horses.)
B. [Verb] To govern; to command
Quelle: Erweiterte Bedeutung. To rule and administer.
C. [Verb] To respond to; to handle
Quelle: Erweiterte Bedeutung. To deal with and manage.
jīn
A. [Subst.] The present; now
Quelle: Grundbedeutung
yǒu
A. [Subst.] Existing things; concrete affairs
Quelle: Refers to the myriad things and affairs in reality. Wang Bi: "yǒuyǒushì。" (Yǒu means the affairs at hand.)
B. [Subst.] "Being" (ontological concept, paired with "Non-being" )
Quelle: Laozi's philosophy
néng
A. [Verb] Can; to be able to
Quelle: Grundbedeutung
zhī
A. [Verb] To know; to understand
Quelle: Grundbedeutung
B. [Verb] Interchangeable with "zhì" (zhì); to possess wisdom
Quelle: Phonetische Entlehnung.
shǐ
A. [Subst.] Beginning; origin
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: "shǐzhīchū。" (Shǐ means the beginning of woman.)
B. [Subst.] Primordial source; root
Quelle: Erweiterte Bedeutung. The source of all things.
A. [Subst.] Guiding principle; fundamental law; essential outline
Quelle: Extended from original meaning. Shuowen Jiezi: "bié。" (Jì means to sort silk threads.) Extended to the central guiding thread.
B. [Subst.] Thread; clue
Quelle: Grundbedeutung. The starting end of a silk thread.