Tao Te Ching Kapitel 11: Der vollständige Kommentar

Der folgende Inhalt bietet eine multiperspektivische Tiefenanalyse jedes Satzes dieses Kapitels, die traditionelle Kommentare, philologische Analysen, philosophische Interpretationen und weitere Dimensionen umfasst. Grundtext: Wang Bis Kommentar zum Daode Zhenjing, Ausgabe des Zhengtong Daozang
Die „Kombination"-Bezeichnung jeder Deutung folgt dem Format „Zeichen + Bedeutungsnummer" (z.B. „dàoC-A"), d.h. diese Deutung verwendet Bedeutung C von „dào" und Bedeutung A von „". Das vollständige Glossar finden Sie am Ende dieses Kapitels: [Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen].

[Satz 1] sānshígòngdāngyǒuchēzhīyòng。(Dreißig Speichen vereinigen sich in einer Nabe; die Leere in ihrer Mitte macht den Wagen brauchbar.)

Kapitel 11 · Satz 1: sānshígòngdāngyǒuchēzhīyòng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: sānshíA-A-yòngA
Übersetzung: Dreißig Speichen vereinigen sich in einer Nabe; eben weil die Nabe in ihrer Mitte hohl ist, hat der Wagen seine Funktion des Lasttragens.
Deutung: Dies ist die am weitesten verbreitete Deutung. Das Rad kann sich drehen, weil sich im Zentrum der Nabe ein rundes Loch befindet — die Achse geht durch diese Leere hindurch und ermöglicht es dem Rad, sich zu drehen. Wäre die Nabe massiv, könnte sie die Achse nicht aufnehmen und das Rad könnte sich nicht drehen. Dies ist die erste konkrete Veranschaulichung der „Nützlichkeit des Nichts" — die sichtbaren Speichen und die Nabe (das Sein/yǒu) liefern die Struktur, doch was den Wagen wahrhaft funktionsfähig macht, ist die Leere im Zentrum der Nabe (das Nichtsein/).
Ähnliche Ansichten: Heshanggong („zhōngkōnglúnzhuǎnxíngzhōngkōngrénzàishàng" — „Die Nabe ist hohl und leer, sodass das Rad sich drehen und fahren kann; der Wagenkasten ist hohl und leer, sodass Menschen darauf fahren können").
Kapitel 11 · Satz 1: sānshígòngdāngyǒuchēzhīyòng

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: sānshíA-B-yòngB
Übersetzung: Dreißig Speichen (nach der Zahl der Monatstage) vereinigen sich in einer Nabe; eben wegen jenes „Nichts" besitzt der Wagen seine wunderbare Funktion.
Deutung: Heshanggong greift auf zahlenkundliche Symbolik zurück — die dreißig Speichen entsprechen den dreißig Tagen des Mondmonats und verweisen so auf Naturgesetze. Wang Bi hingegen nähert sich der Sache vom ontologischen Standpunkt — die Nabe vermag „die Vielen zu vereinen", weil sie durch das „Nichts" die Dinge empfängt. Diese Deutung hebt die konkrete Radanalogie auf die philosophische Ebene: Alle Formen des „Seins" können ihre jeweilige Funktion nur erfüllen, weil hinter ihnen ein vereinigendes „Nichts" wirkt.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi („néngshòuzhīnéngshítǒngzhòng" — „Weil das Nichts in der Lage ist, die Dinge aufzunehmen, kann es mittels des Vollen die Vielen vereinen").
Kapitel 11 · Satz 1: sānshígòngdāngyǒuchēzhīyòng

[Deutung 3] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: dāngA-A-yòngA
Übersetzung: Dreißig Speichen vereinigen sich in einer Nabe; gerade an jener hohlen Stelle liegt die Funktion des Wagens. Wer sich selbst kultiviert, soll ebenso sein Herz leeren, um Tao und Tugend zu empfangen.
Deutung: Heshanggong erweitert die Wagenmetapher zur Selbstkultivierung: „zhìshēnzhědāngchúqíng使shǐcángkōngshénnǎiguīzhī" — „Wer sich selbst kultiviert, soll Emotionen beseitigen und Begierden vertreiben, die fünf Organe leer und hohl machen, damit der Geist zurückkehrt und darin wohnt." Wie die hohle Nabe das Rad drehen lässt, so ermöglicht ein leeres Herz, das Tao zu empfangen. Dies ist ein Sprung von der Gegenstandsmetapher zur Kultivierung von Leib und Seele — die innere „Leere" ist nicht Hohlheit, sondern die Fähigkeit, alles aufzunehmen.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong („zhìshēnzhědāngchúqíng使shǐcángkōngshénnǎiguīzhī" — „Wer sich selbst kultiviert, soll Emotionen beseitigen und Begierden vertreiben, die fünf Organe leeren, damit der Geist zurückkehrt und darin wohnt").

[Satz 2] shānzhíwèidāngyǒuzhīyòng。(Man knetet Ton zu einem Gefäß; die innere Leere macht das Gefäß brauchbar.)

Kapitel 11 · Satz 2: shānzhíwèidāngyǒuzhīyòng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shānA-zhíA-A-A
Übersetzung: Man knetet und formt Ton zu einem Gefäß; eben weil das Gefäß innen hohl ist, hat es die Funktion, Dinge aufzunehmen.
Deutung: Die zweite Analogie. Ein Krug oder eine Schale kann Dinge aufnehmen — nicht wegen des Tons an sich, sondern wegen des Raumes, den der Ton umschließt. Würde man das Gefäß massiv formen, hätte es keinerlei Aufnahmevermögen. Das „Nichts" (die innere Hohlheit) ist es, worin der wahre Wert des Gefäßes liegt.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong („zhōngkōngyǒusuǒshèngshòu" — „Das Innere des Gefäßes ist leer und hohl, daher kann es Dinge aufnehmen und fassen").
Kapitel 11 · Satz 2: shānzhíwèidāngyǒuzhīyòng

[Deutung 2] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: B-B
Übersetzung: Man knetet und formt Ton zu einem Gegenstand; eben wegen jenes „Nichts" erlangt der Gegenstand seine praktische Funktion.
Deutung: Diese Deutung erweitert „" (Gefäß) vom konkreten Tongefäß auf alle greifbaren Dinge. Laozi nutzt das Tongefäß als Gleichnis, um zu zeigen, dass alle geschaffenen Dinge ihre Nützlichkeit der in ihnen enthaltenen „Leere" verdanken. Dies ist nicht nur physischer Leerraum, sondern deutet darauf hin, dass die Funktion alles „Greifbaren" dem „Ungreifbaren" entspringt — das metaphysische „Nichtsein" ist die Grundbedingung dafür, dass das physische „Sein" seine Aufgabe erfüllen kann.
Ähnliche Ansichten: Dies knüpft an Kapitel 40 an: „tiānxiàwànshēngyǒuyǒushēng" — „Alle Dinge unter dem Himmel entstehen aus dem Sein, und das Sein entsteht aus dem Nichtsein."

[Satz 3] záoyǒuwèishìdāngyǒushìzhīyòng。(Man bricht Türen und Fenster heraus, um einen Raum zu schaffen; die innere Leere macht den Raum brauchbar.)

Kapitel 11 · Satz 3: záoyǒuwèishìdāngyǒushìzhīyòng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: záoA-A-yǒuA-shìA-A
Übersetzung: Man bricht Türen und Fenster heraus, um einen Raum zu schaffen; eben weil es die Öffnungen der Türen und Fenster und den leeren Raum im Inneren gibt, hat der Raum die Funktion des Schutzbietens.
Deutung: Die dritte Analogie. Die Funktion eines Raumes erwächst aus zwei Ebenen des „Nichts": erstens die Öffnungen von Türen und Fenstern — die es den Menschen ermöglichen, ein- und auszugehen, und dem Licht, einzudringen; zweitens der leere Raum im Inneren — der den Menschen eine Stätte zum Wohnen und Bewegen bietet. Wären die Wände hermetisch verschlossen und das Innere ausgefüllt, verlöre der Raum seine Wohnfunktion.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong („yǒukōngrénchūguānshìshìzhōngkōngrénchùshìyòng" — „Türen und Fenster sind offen und leer, sodass Menschen ein- und ausgehen und sehen können; der Raum ist innen leer, sodass Menschen darin wohnen können — das ist ihr Nutzen").
Kapitel 11 · Satz 3: záoyǒuwèishìdāngyǒushìzhīyòng

[Deutung 2] Neuartig · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: shìB
Übersetzung: Man bricht Türen und Fenster heraus, um ein Heim zu errichten; eben wegen jener Leere erfüllt die Behausung ihre Funktion.
Deutung: Die drei Analogien (Wagen, Gefäß, Raum) folgen einer aufsteigenden Stufung — vom Transportmittel über das Alltagsgerät zur Wohnstätte — und umfassen so die Grundbedürfnisse des menschlichen Lebens. Jede Analogie beweist dieselbe Wahrheit: Das „Sein" bildet die Form; das „Nichts" stellt die Funktion bereit. „shì" im Sinne von „Heim" zu verstehen, deutet an, dass auch das Fundament, auf dem man sein Leben aufbaut, in der Bewahrung innerer Leere und Offenheit liegt.
Ähnliche Ansichten: Erweiterung von Heshanggongs Theorie der Selbstkultivierung.

[Satz 4] yǒuzhīwèizhīwèiyòng。(Daher schafft das Sein die Voraussetzungen; das Nichtsein stiftet die Funktion.)

Kapitel 11 · Satz 4: yǒuzhīwèizhīwèiyòng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: yǒuA-A-A-yòngA
Übersetzung: Deshalb bringt das „Sein" die Annehmlichkeit, während das „Nichts" dasjenige ist, das die eigentliche Funktion erfüllt.
Deutung: Zusammenfassung des gesamten Kapitels. Eine Verallgemeinerung aus den drei Analogien — die Speichen, der Ton und die Wände (greifbare Dinge) liefern die materiellen Voraussetzungen und die Struktur (Annehmlichkeit/), doch was den Wagen wirklich fahren, das Gefäß fassen und den Raum bewohnbar macht, ist die darin enthaltene Leere (Funktion/yòng). Zwischen „" (Annehmlichkeit) und „yòng" (Funktion) besteht ein feiner Unterschied: „" bezeichnet die konkreten vorteilhaften Bedingungen, „yòng" die tatsächlich in Kraft tretende Wirksamkeit.
Ähnliche Ansichten: Die Standarddeutung der überlieferten Kommentare.
Kapitel 11 · Satz 4: yǒuzhīwèizhīwèiyòng

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: yǒuB-B-B-yòngB
Übersetzung: Deshalb liefert das „Sein" die materiellen Voraussetzungen, während das „Nichts" die grundlegende Quelle der wunderbaren Funktion ist.
Deutung: Diese Deutung hebt die Schlussfolgerung auf die ontologische Ebene. Wang Bi führt systematisch aus: „yǒuzhīsuǒwèijiēlàiwèiyòng" — „Der Grund, weshalb das Sein als Vorteil dienen kann, liegt darin, dass es gänzlich auf das Nichts angewiesen ist, um die Funktion zu erfüllen." Das „Sein" setzt das „Nichts" als Voraussetzung voraus; ohne das „Nichts" könnte das „Sein" keinerlei Funktion erfüllen. Dies begründete die Kernthese der Xuanxue (xuánxué, „Dunkles Lernen") der Wei-Jin-Zeit: „das Nichts als Wurzel nehmen" — das Nichts ist der Grund des Seins, und das Sein ist die Erscheinung des Nichts.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi („yǒuzhīsuǒwèijiēlàiwèiyòng" — „Der Grund, weshalb das Sein als Vorteil dienen kann, liegt darin, dass es gänzlich auf das Nichts angewiesen ist, um die Funktion zu erfüllen").
Kapitel 11 · Satz 4: yǒuzhīwèizhīwèiyòng

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: yǒuA-B
Übersetzung: Deshalb bietet das „Sein" seine Annehmlichkeiten gerade deshalb, weil das „Nichts" in ihm wirkt — Sein und Nichtsein vervollständigen einander, und keines von beiden darf vernachlässigt werden.
Deutung: Diese Lesart betont die untrennbare Beziehung zwischen Sein und Nichtsein. Laozi leugnet nicht den Wert des „Seins", sondern weist darauf hin, dass „Sein" und „Nichts" jeweils ihre eigene Aufgabe haben. Das „Sein" liefert die strukturellen Voraussetzungen; das „Nichts" stellt den funktionalen Raum bereit — beides ist unverzichtbar. Dies stimmt mit dem Gedanken des zweiten Kapitels überein: „yǒuxiāngshēng" — „Sein und Nichtsein bringen einander hervor." Ohne Speichen (Sein) gäbe es auch keinen Wagen; nur sehen die Menschen gewöhnlich nur das „Sein" und übersehen das „Nichts", weshalb Laozi ausdrücklich den Wert des „Nichts" hervorhebt.
Ähnliche Ansichten: Kapitel 2, „yǒuxiāngshēng" — „Sein und Nichtsein bringen einander hervor", und Kapitel 40, „yǒushēng" — „Das Sein entsteht aus dem Nichtsein."
Kapitel 11 · Satz 4: yǒuzhīwèizhīwèiyòng

[Deutung 4] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: quánxiūshēnzhìguóyǒu=yǒuxíngdezhìshèshī=wèizhīdào
Übersetzung: Deshalb bilden die greifbaren Einrichtungen und Institutionen (das Sein) die Voraussetzungen der Staatsführung, doch der Weg des Nicht-Handelns (wèi) (das Nichts) ist die grundlegende Quelle wirksamer Regierung.
Deutung: Heshanggong dehnt das gesamte Kapitel auf die Bereiche der Staatsführung und der Selbstkultivierung aus: Die greifbaren Paläste, Gefäße, Wagen und Pferde (das Sein) bilden die materielle Grundlage für das Funktionieren eines Staates, doch was einen Staat wirklich zu dauerhaftem Frieden und Ordnung befähigt, ist die „Leere und das Nichts" — ein leeres Herz, eine gelassene Gesinnung und Regierung durch Nicht-Handeln (wèi). So wie „das Tao Leere ist" (dàozhěkōng) — das große Tao nimmt die Leere als sein Wesen und die zehntausend Dinge als seine Funktion. Ein Bauch, der den Geist birgt, fürchtet die Zerstörung des Körpers; ein Raum, der Menschen birgt, fürchtet den Einsturz des Gebäudes — entscheidend ist die Bewahrung jenes „leeren" Wesens.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong („néngzhìyǒuxíngdàozhěkōng" — „Leere und Nichts vermögen das Greifbare zu lenken. Das Tao ist Leere").

Zusammenfassung des Kapitels

Dieses Kapitel enthält 11 Deutungskombinationen.

[Kerndifferenzen]

Das elfte Kapitel ist eines der anschaulichsten Kapitel des Tao Te Ching. Anhand dreier Alltagsgegenstände — des Rades, des Tongefäßes und der Wohnstätte — wird der funktionale Wert des „Nichts" veranschaulicht. Die Struktur des Kapitels ist von makelloser Klarheit: Drei parallele Analogien (Wagen, Gefäß, Raum) schließen jeweils mit der Formel „dāngyǒuXzhīyòng" („Die Leere stiftet die Funktion von X") und werden von der philosophischen Schlussfolgerung „yǒuzhīwèizhīwèiyòng" („Daher schafft das Sein die Voraussetzungen; das Nichtsein stiftet die Funktion") gekrönt. Der Kerngedanke entfaltet sich auf zwei Ebenen: (1) auf der Ebene der Gegenstände — Leere ist kein Mangel, sondern Voraussetzung der Funktion: ohne die Höhlung der Nabe kann sich das Rad nicht drehen, ohne die Höhlung des Gefäßes kann nichts aufgenommen werden, ohne den leeren Raum des Zimmers kann niemand darin wohnen; (2) auf der philosophischen Ebene — „Sein" und „Nichtsein" stehen nicht im Gegensatz zueinander, vielmehr ist das „Sein" auf das „Nichtsein" angewiesen, um seine Funktion zu erfüllen. Daraus leitet Wang Bi die Xuanxue-These (xuánxué) vom „Nichts als Wurzel" ab: „néngshòuzhīnéngshítǒngzhòng" — „Weil das Nichts in der Lage ist, die Dinge aufzunehmen, kann es mittels des Vollen die Vielen vereinen." Heshanggong hingegen erweitert den Gedanken auf die Selbstkultivierung: Wenn das Herz des Menschen leer bleiben kann, gleicht es der hohlen Nabe — fähig, Tao und Tugend aufzunehmen und den ganzen Leib zu lenken. Dieses Kapitel greift die Erörterung von Sein und Nichtsein im ersten Kapitel auf — „míngtiānzhīshǐyǒumíngwànzhī" („Das Namenlose ist der Anfang von Himmel und Erde; das Benannte ist die Mutter der zehntausend Dinge") — ist aber weitaus anschaulicher und zugänglicher. Die alltäglichsten Erfahrungen zu nutzen, um die tiefgründigsten philosophischen Wahrheiten zu enthüllen, ist das Kennzeichen von Laozis literarischem Stil.

Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen

sānshí
A. [Zahlwort] Dreißig (die genaue Zahl; die Anzahl der Speichen in einem antiken Rad)
Quelle: Heshanggong: „zhěchēsānshíyuèshù" (In der Antike hatte ein Rad dreißig Speichen, nach der Zahl der Monatstage). Die alte Vorschrift sah dreißig Speichen pro Rad vor, als Symbol der dreißig Tage eines Mondmonats.
A. [Subst.] Speiche; die geraden Holzstäbe, die von der Nabe zum Radkranz strahlen
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: „lúnlǎo" (Die Speiche ist ein Bestandteil des Rades).
gòng
A. [Verb] Gemeinsam zusammenlaufen in
Quelle: Grundbedeutung. Die vielen Speichen laufen in der Nabe zusammen.
A. [Subst.] Nabe; das runde Holzzentrum eines Rades, mit einer Achsbohrung, in die die Speichen eingesetzt werden
Quelle: Shuowen Jiezi: „suǒcòu" (Die Nabe ist der Ort, an dem die Speichen zusammenlaufen). Die Nabe besitzt ein rundes Loch in der Mitte zur Aufnahme der Achse.
dāng
A. [Verb] Sich genau befinden an; genau liegen in
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Betont den entscheidenden Punkt.
A. [Pron.] Sein/ihr; sich auf die Nabe beziehend
Quelle: Pronomen, verweist auf die Nabe.
A. [Subst.] Leere; der hohle Teil
Quelle: Kernbegriff. Bezeichnet die Höhlung der Nabe. Heshanggong: „wèikōng" (Wu bedeutet Leere und Hohlraum).
B. [Subst.] Das formlose Tao; die ontologische Leere
Quelle: Philosophischer Begriff. Wang Bi: „suǒnéngtǒngsānshízhě" (Der Grund, weshalb die Nabe die dreißig Speichen vereinen kann, ist das Nichts).
yǒu
A. [Verb] Besitzen; haben
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Subst.] Das „Sein" (ontologischer Begriff, Gegenstück zum „Nichtsein")
Quelle: Philosophischer Begriff. Knüpft an „yǒumíngwànzhī" (Das Benannte ist die Mutter der zehntausend Dinge) in Kapitel 1 an.
chē
A. [Subst.] Wagen; Fahrzeug
Quelle: Grundbedeutung.
yòng
A. [Subst.] Funktion; Gebrauch
Quelle: Grundbedeutung. Bezeichnet die praktische Nützlichkeit.
B. [Subst.] Wunderbare Funktion; Wirksamkeit
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Betont das „Zur-Wirkung-bringen".
shān
A. [Verb] Kneten; mit den Händen bearbeiten
Quelle: Heshanggong: „shān" (Shan bedeutet mischen). Shuowen Jiezi, Anmerkung von Duan Yucai: kneten.
zhí
A. [Subst.] Ton; Töpfererde
Quelle: Heshanggong: „zhí" (Zhi bedeutet Erde). Shuowen Jiezi: „zhínián" (Zhi ist klebriger Ton).
wèi
A. Verwenden, um herzustellen
Quelle: Grundbedeutung. „" ist eine Präposition; „wèi" ist ein Verb (herstellen).
A. [Subst.] Gefäß; Behälter
Quelle: Grundbedeutung. Bezeichnet Tonware zum Aufbewahren von Dingen.
B. [Subst.] Gegenstand (Oberbegriff für alle greifbaren Dinge)
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Alle Dinge können als „" bezeichnet werden.
záo
A. [Verb] Herausbrechen; durchmeißeln
Quelle: Grundbedeutung. Bezeichnet das Herausbrechen von Öffnungen in einer Wand.
A. [Subst.] Tür; einflügelige Tür
Quelle: Grundbedeutung. Im Altertum wurde eine einflügelige Tür genannt.
yǒu
A. [Subst.] Fenster
Quelle: Grundbedeutung. Shuowen Jiezi: „yǒu穿chuānwèijiāochuāng" (You bedeutet, eine Wand zu durchbrechen und aus Holz ein Gitterfenster zu machen).
shì
A. [Subst.] Raum; Zimmer
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Subst.] Heim; Hauswesen
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
A. [Konj.] Deshalb; daher
Quelle: Grundbedeutung. Fasst das vorangegangene Argument zusammen.
zhī
A. [Pron.] Es/ihn/sie (verweist auf den oben genannten Wagen, das Gefäß, den Raum usw.)
Quelle: Pronomen.
B. [Part.] Strukturpartikel ohne inhaltliche Bedeutung
Quelle: Strukturpartikel.
A. [Subst.] Annehmlichkeit; Vorteil
Quelle: Grundbedeutung. Bezeichnet die konkreten Vorteile, die greifbare Dinge bieten.
B. [Subst.] Die materiellen Voraussetzungen eines Gegenstands
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Bezeichnet die materielle Grundlage und die physische Form, die eine Sache konstituieren. Heshanggong: „xíngyòng" (Li bedeutet die materielle Substanz, das, was Form und Funktion zugute kommt).