Tao Te Ching Kapitel 3: Der vollständige Kommentar

Der folgende Inhalt bietet eine multiperspektivische Tiefenanalyse jedes Satzes dieses Kapitels, die traditionelle Kommentare, philologische Analysen, philosophische Interpretationen und weitere Dimensionen umfasst. Grundtext: Wang Bis Kommentar zum Daode Zhenjing, Ausgabe des Zhengtong Daozang
Die „Kombination"-Bezeichnung jeder Deutung folgt dem Format „Zeichen + Bedeutungsnummer" (z.B. „dàoC-A"), d.h. diese Deutung verwendet Bedeutung C von „dào" und Bedeutung A von „". Das vollständige Glossar finden Sie am Ende dieses Kapitels: [Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen].

[Satz 1] shàngxián使shǐmínzhēng;(Wer die Tüchtigen nicht hervorhebt, bewirkt, dass das Volk nicht wetteifert.)

Kapitel 3 · Satz 1: shàngxián使shǐmínzhēng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-shàngA-xiánA-使shǐA-mínA-A-zhēngB
Übersetzung: Wer die Tüchtigen nicht hochschätzt, bewirkt, dass das Volk nicht miteinander wetteifert.
Deutung: Die gängigste Auslegung. „shàng" bedeutet „hochschätzen", „xián" bezeichnet fähige Menschen. Wenn der Herrscher Tüchtige nicht besonders hervorhebt und preist, wird unter dem Volk kein Vergleichen und Wetteifern hervorgerufen. Dies ist eine der konkreten Maßnahmen von Laozis Politik des Nicht-Handelns (wèi). Der Kern richtet sich nicht gegen die Tüchtigkeit selbst, sondern gegen das durch „Anpreisen" der Tüchtigkeit ausgelöste Streben nach Ruhm und Gewinn.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „wéinéngshìrènshàngwèishàngxiánxiǎnmíngróngguòrènwèiérchángxiàonéngxiāngshè。" — „Wenn man allein nach Fähigkeit einsetzt, wozu dann das Hochschätzen? Das Hochschätzen der Tüchtigen macht ihre Namen berühmt; der Ruhm übersteigt ihre Aufgabe, und es entsteht ständiges Vergleichen und Rivalisieren."
Kapitel 3 · Satz 1: shàngxián使shǐmínzhēng

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-shàngA-xiánC-使shǐA-mínA-A-zhēngA
Übersetzung: Wer die weltlich sogenannten Tüchtigen (redegewandte, vom Tao abweichende, machttaktische Personen) nicht hochschätzt, bewirkt, dass das Volk nicht um Ruhm und Gewinn streitet.
Deutung: Heshanggongs Auslegung: Das hier verwendete „xián" meint nicht wahre Weise, sondern die weltlich sogenannten Tüchtigen — jene, die in Rhetorik und Machttaktik bewandert sind, dabei aber vom Tao abweichen. Wenn man solche Personen nicht hervorhebt, wird das Volk nicht danach streben, sie nachzuahmen. Diese Deutung richtet die Kritik gegen die „Schein-Tüchtigen", nicht gegen Tüchtigkeit an sich.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „xiánwèishìzhīxiánbiànkǒumíngwéndàoxíngquánzhìwèiwén。" — „‚Tüchtig' bezeichnet hier die weltlich Tüchtigen — redegewandt und schriftkundig, vom Tao abweichend und Machttaktik betreibend, die Schlichtheit aufgebend zugunsten des Äußeren."
Kapitel 3 · Satz 1: shàngxián使shǐmínzhēng

[Deutung 3] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: A-shàngC-xiánD-使shǐA-mínB-A-zhēngB
Übersetzung: Wer den (Titel der) Tüchtigkeit nicht zur Schau stellt, bewirkt, dass die Menschen nicht miteinander wetteifern und sich vergleichen.
Deutung:shàng" wird hier als „zur Schau stellen, anpreisen" verstanden, „xián" als Adjektiv „tüchtig". Der Schwerpunkt liegt darauf, dass man nicht öffentlich kundtun soll, wer tüchtig sei, da eben dieses Anpreisen Hierarchie und Wettbewerb erzeugt. Diese Deutung spiegelt den Gegensatz zwischen Mozis „shàngxián" (Förderung der Tüchtigen) und Laozis „shàngxián" wider — Laozi sieht im gezielten Hervorheben vielmehr eine Quelle des Schadens.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „shàngzhějiāzhīmíng。" — „‚Shàng' bedeutet, einem ehrenden Namen zu verleihen."
Kapitel 3 · Satz 1: shàngxián使shǐmínzhēng

[Deutung 4] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: A-shàngB-xiánB-使shǐA-mínA-A-zhēngC
Übersetzung: Wer die (sogenannten) sittlich Vortrefflichen nicht hervorhebt, bewirkt, dass das Volk nicht über Recht und Unrecht streitet.
Deutung:shàng" wird hier als „Wert beimessen" verstanden, „xián" als „sittlich vortreffliche Person". Wenn der Herrscher nicht nach einem bestimmten Moralmaßstab misst und Menschen bevorzugt, entsteht unter dem Volk kein Streit um diese Maßstäbe. Diese Deutung steht im Einklang mit Kapitel 18: „dàofèiyǒurén" — „Wenn das große Tao verfällt, treten Menschenliebe und Rechtschaffenheit hervor" — übermäßige Betonung moralischer Maßstäbe erzeugt gerade Heuchelei und Streit.
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit dem Gedanken aus Kapitel 19: „juéshèngzhì" — „Die Weisheit aufgeben und die Klugheit verwerfen."

[Satz 2] guìnánzhīhuò使shǐmínwèidào;(Wer seltene Kostbarkeiten nicht wertschätzt, bewirkt, dass das Volk nicht zum Stehlen verleitet wird.)

Kapitel 3 · Satz 2: guìnánzhīhuò使shǐmínwèidào

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: guìA-nánA-A-huòA-dàoB
Übersetzung: Wer schwer zu erlangende Güter nicht wertschätzt, bewirkt, dass das Volk nicht stiehlt.
Deutung: Die gängigste Auslegung. Wenn der Herrscher seltene Dinge nicht als kostbar behandelt und nicht übermäßig nach Raritäten strebt, wird das Volk nicht aus Habgier zum Stehlen getrieben. Die Wurzel der Begierde liegt in der künstlichen Erzeugung von Knappheit — sobald den „schwer zu erlangenden Gütern" kein besonderer Wert mehr zugeschrieben wird, entfällt das Motiv zum Diebstahl.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „guìhuòguòyòngtānzhějìng穿chuāntànqièméimìngérdào。" — „Wenn man Güter über ihren Nutzen hinaus wertschätzt, wetteifern die Habgierigen danach, brechen Mauern auf und durchsuchen Truhen, und riskieren ihr Leben beim Stehlen."
Kapitel 3 · Satz 2: guìnánzhīhuò使shǐmínwèidào

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: guìB-nánA-A-huòB-dàoA
Übersetzung: Wer den Wert seltener Schätze nicht künstlich steigert, bewirkt, dass das Volk nicht zu Dieben wird.
Deutung:guì" wird hier kausativ verwendet, „huò" bezeichnet speziell Schätze. Dass der Herrscher den Preis und Status bestimmter Güter künstlich erhöht, ist die eigentliche Wurzel der Entstehung von Dieben. Diese Deutung legt den Schwerpunkt auf die Kritik am Verhalten des Herrschers — es ist seine Verschwendungssucht, die gesellschaftliche Ungleichheit und Kriminalität erzeugt.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „yánrénjūnhǎozhēnbǎohuángjīnshānzhūjuānyuān。" — „Dies besagt, dass der Herrscher keine Vorliebe für Schätze haben soll; Gold soll in den Bergen belassen, Perlen und Jade in die Tiefen zurückgegeben werden."
Kapitel 3 · Satz 2: guìnánzhīhuò使shǐmínwèidào

[Deutung 3] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: guìC-nánA-A-huòA-dàoB
Übersetzung: Wer schwer zu erlangende Güter nicht verehrt, bewirkt, dass das Volk nicht stiehlt.
Deutung:guì" wird hier als „verehren" verstanden und korrespondiert mit dem „shàng" des vorigen Satzes. Der erste Satz warnt davor, Tüchtige zu verehren; dieser Satz warnt davor, Güter zu verehren — damit werden geistige und materielle Versuchungen auf beiden Ebenen beseitigt. Wang Bi stellt „shàng" und „guì" parallel nebeneinander und betrachtet sie als Kritik auf derselben Ebene.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „wéiyòngshìshīguìzhīwèi。" — „Wenn man die Dinge allein nach ihrem Nutzen einsetzt, wozu dann das Wertschätzen?"

[Satz 3] jiàn使shǐxīnluàn。(Wer nichts zeigt, was Begierde weckt, bewirkt, dass die Herzen nicht verwirrt werden.)

Kapitel 3 · Satz 3: jiàn使shǐxīnluàn

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: jiànA-A-B-luànB
Übersetzung: Wer das, was Begierde wecken kann, nicht zur Schau stellt, bewirkt, dass die Herzen der Menschen nicht verwirrt werden.
Deutung: Die gängigste Auslegung. „jiàn" ist eine Lehnschreibung für „xiàn" (xiàn), bedeutet „zeigen, zur Schau stellen". Wenn der Herrscher dem Volk keine begehrenswerten Dinge (üppige Paläste, Schönheiten, Raritäten) vor Augen führt, werden die Herzen der Menschen nicht in Aufruhr gebracht. Dieser Satz fasst die beiden vorangehenden zusammen: Nicht die Tüchtigen anpreisen (geistige Versuchung), nicht Güter wertschätzen (materielle Versuchung) — der Kern ist „nichts zeigen, was Begierde weckt" — keine Gegenstände der Begierde erzeugen.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „fàngzhèngshēngyuǎnměirén。" — „Verbanne die Klänge des Staates Zheng; halte dich fern von Schönheiten." Wang Bi: „jiànxīnsuǒluàn。" — „Wenn das Begehrenswerte nicht gezeigt wird, hat das Herz keinen Anlass zur Verwirrung."
Kapitel 3 · Satz 3: jiàn使shǐxīnluàn

[Deutung 2] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: jiànB-B-A-luànA
Übersetzung: Wer die Menschen nichts sehen lässt, was des Begehrens wert ist, bewirkt, dass die Herzen nicht in Unordnung geraten.
Deutung:jiàn" wird hier als „sehen" (jiàn) verstanden, „" als „wert sein". Der Schwerpunkt liegt auf der Abschirmung der Sinneswahrnehmung — man lässt das Volk gar nicht erst mit begehrenswerten Dingen in Berührung kommen und verhindert so die Entstehung von Begierde an der Wurzel. Diese Deutung betont stärker die „Abschirmung vor Versuchung" als die „Beseitigung des Anpreisens".
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit dem Gedanken aus Kapitel 12: „lìngrénmáng" — „Die fünf Farben machen die Augen des Menschen blind" — Verringerung der Sinnesreize.
Kapitel 3 · Satz 3: jiàn使shǐxīnluàn

[Deutung 3] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: jiànA-A-A-luànB
Übersetzung: Wer das, was Begierde wecken kann, nicht zur Schau stellt, bewirkt, dass die Herzen der Menschen nicht unruhig und unstet werden.
Deutung:luàn" wird hier als „ruhelos und unstet" verstanden. Diese Deutung betont die innere Ruhe — „xīnluàn" bedeutet nicht nur, nicht von äußeren Dingen gestört zu werden, sondern einen Zustand innerer Gelassenheit zu bewahren. Dies bildet eine Entsprechung zum nachfolgenden „xīn" — „die Herzen entleeren".
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „xiéyínhuòluàn。" — „Nicht ausschweifend, nicht verwirrt und verworren."

[Satz 4] shìshèngrénzhīzhìxīnshíruòzhìqiáng。(Daher regiert der Weise so: Er entleert ihre Herzen, füllt ihre Bäuche, schwächt ihren Ehrgeiz und stärkt ihre Knochen.)

Kapitel 3 · Satz 4: shìshèngrénzhīzhìxīnshíruòzhìqiáng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-xīnA-shíA-A-ruòA-zhìA-qiángA-A
Übersetzung: Daher regiert der Weise (shèngrén) die Welt so: Er entleert die Herzen des Volkes (beseitigt Schlauheit), füllt ihre Bäuche (Sättigung), schwächt ihren Willen (kein Streben nach Vorherrschaft) und stärkt ihre Knochen.
Deutung: Die gängigste wörtliche Auslegung. „xīn" (Herz) steht „" (Bauch) gegenüber, „zhì" (Wille) steht „" (Knochen) gegenüber und bildet zwei Gegensatzpaare: Auf geistiger Ebene wird vereinfacht (Herz entleeren, Willen schwächen), auf materieller Ebene gestärkt (Bauch füllen, Knochen kräftigen). Die wirklichen materiellen Bedürfnisse des Volkes werden befriedigt, während unnötige Schlauheit und übermäßiger Ehrgeiz beseitigt werden. Dies ist keine Politik der Verdummung, sondern eine Rückkehr zur Schlichtheit.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „xīn怀huáizhìér怀huáishíyǒuzhìérshízhīzhīgànzhìshēngshìluàn。" — „Das Herz birgt Klugheit, der Bauch birgt Nahrung; das Kluge wird entleert und das Unwissende gefüllt. Die Knochen kennen kein Wissen, doch sind sie stark; der Wille erzeugt Angelegenheiten und damit Unordnung."
Kapitel 3 · Satz 4: shìshèngrénzhīzhìxīnshíruòzhìqiáng

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-xīnB-shíA-B-ruòB-zhìB-qiángA-A
Übersetzung: Er entleert das Herz des Volkes von Begierden, füllt sein Inneres mit dem Geist des Tao, macht den Sinn wettkampflos und bescheiden und stärkt die Knochen und den Leib.
Deutung: Heshanggongs Auslegung im Sinne der Selbstkultivierung: „xīn" bedeutet, Neigungen und Begierden zu beseitigen; „shí" ist nicht nur Sättigung, sondern „怀huáidàobàoshǒushén" — das Innere mit dem Tao zu füllen und die fünf Geister zu bewahren; „ruòzhì" bedeutet, sanft und bescheiden zu sein, nicht nach Macht zu streben; „qiáng" heißt, die Lebensessenz zu pflegen, damit das Knochenmark voll und die Knochen fest werden. Diese Deutung erhebt die politische Regierung zur Kultivierung von Körper und Geist.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „chúshìluànfán怀huáidàobàoshǒushénróuqiānràngchùquánàijīngzhòngshīsuǐmǎnjiān。" — „Neigungen beseitigen, Verwirrung vertreiben. Das Tao umfangen, die Einheit bewahren, die fünf Geister hüten. Sanft und bescheiden sein, nicht nach Macht streben. Die Essenz pflegen, sparsam damit umgehen, dann wird das Mark voll und die Knochen fest."
Kapitel 3 · Satz 4: shìshèngrénzhīzhìxīnshíruòzhìqiáng

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: A-xīnA-shíA-A-ruòA-zhìC-qiángB-B
Übersetzung: Er entleert die Herzen von List und Betrug, sorgt für gefüllte Bäuche, mildert Begierden und übermäßigen Ehrgeiz und festigt Rückgrat und Charakter.
Deutung:zhì" wird hier als „Begierde und übermäßiger Ehrgeiz" verstanden, „" als „Rückgrat" (im übertragenen Sinne). Diese Deutung versteht die letzten beiden Paare so: den übermäßigen Ehrgeiz mildern und den schlichten, standhaften Charakter stärken. „ruòzhìqiáng" bedeutet nicht, jegliche Willenskraft zu verringern, sondern übertriebenen Ehrgeiz abzuschwächen und schlichtes Rückgrat zu stärken — ein geistiges „Ablegen des Glanzes zugunsten der Substanz".
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit dem Leitmotiv des gesamten Kapitels: „qiǎocún" — „Die Kunstfertigkeit ablegen und die Schlichtheit bewahren."

[Satz 5] cháng使shǐmínzhī。(Er bewirkt beständig, dass das Volk ohne Schlauheit und ohne Begierde ist.)

Kapitel 3 · Satz 5: cháng使shǐmínzhī

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: chángA-zhīB-A
Übersetzung: Er bewirkt beständig, dass das Volk keine listige Schlauheit und keine übermäßige Begierde hat.
Deutung: Die gängigste Auslegung. „zhī" bedeutet nicht das Fehlen von Wissen, sondern das Fehlen von List und Verschlagenheit; „" bedeutet nicht das Fehlen grundlegender Bedürfnisse, sondern das Fehlen maßloser Gier. Dieser Satz ist eine Weiterentwicklung des vorangehenden „xīnruòzhì" — „Herzen entleeren, Willen schwächen". Heshanggongs knappe Glosse lautet in vier Zeichen: „fǎnshǒuchún" — „Zur Schlichtheit zurückkehren und die Lauterkeit bewahren" — und trifft damit den Kern.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „fǎnshǒuchún。" — „Zur Schlichtheit zurückkehren und die Lauterkeit bewahren." Wang Bi: „shǒuzhēn。" — „Die Wahrhaftigkeit bewahren."
Kapitel 3 · Satz 5: cháng使shǐmínzhī

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: chángB-zhīC-B
Übersetzung: Er bewirkt fortdauernd, dass das Volk ohne Machenschaften und Ränke und ohne übertriebene Begierden ist.
Deutung:zhī" wird als Lehnschreibung für „zhì" verstanden und nimmt die Bedeutung von Machenschaften und Ränken an. Dies steht im Einklang mit Kapitel 19: „juéshèngzhì" — „Die Weisheit aufgeben und die Klugheit verwerfen." „cháng" wird als „fortdauernd" verstanden und betont, dass es sich nicht um eine vorübergehende Maßnahme, sondern um eine langfristige Regierungsmaxime handelt — die Kultur der Ränkeschmiederei und maßlosen Begierde aus der Gesellschaft zu entfernen und sie in einen natürlich-schlichten Zustand zurückzuführen.
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit Kapitel 19: „juéshèngzhìmínbǎibèi" — „Gebt die Weisheit auf und verwerft die Klugheit, und der Nutzen des Volkes wird hundertfach."
Kapitel 3 · Satz 5: cháng使shǐmínzhī

[Deutung 3] Umstritten · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: chángA-zhīA-A
Übersetzung: Er bewirkt beständig, dass das Volk kein (überflüssiges) Wissen hat und keine Begierde kennt.
Deutung: Wörtliche Übersetzung. Manche haben Laozi auf dieser Grundlage als „Volksverdummer" kritisiert — er wolle dem Volk Wissen und Begierde nehmen. Zu beachten ist jedoch: Im vorqinzeitlichen Chinesisch bezeichnet „zhī" zumeist Schlauheit und List, nicht Wissen im modernen Sinne; „" bezeichnet zumeist maßlose Gier, nicht normale Bedürfnisse. Diese „wörtliche Übersetzung" lässt leicht Missverständnisse aufkommen, spiegelt aber auch die extreme Seite von Laozis Schlichtheitslehre wider.
Ähnliche Ansichten: Kritische Auslegungen einiger neuzeitlicher Gelehrter zu Laozis „Verdummungspolitik".

[Satz 6] 使shǐzhīzhěgǎnwèi。(Er bewirkt, dass jene, die sich klug dünken, nicht zu handeln wagen.)

Kapitel 3 · Satz 6: 使shǐzhīzhěgǎnwèi

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-zhīB-gǎnA-wèiA
Übersetzung: Er bewirkt, dass jene, die sich für klug halten, nicht wagen, willkürlich zu handeln.
Deutung: Die gängigste Auslegung. „zhīzhě" bezeichnet jene, die sich auf ihre Schlauheit verlassen und meinen, Vorteile erschleichen zu können. Wenn die gesamte Gesellschaft schlicht und lauter ist, finden auch einzelne Schlaumeier keine Gelegenheit zum Taktieren und wagen es nicht, sich Übergriffe zu erlauben. Dies ist die natürliche Folge der zuvor beschriebenen Regierung.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „zhīzhěwèizhīwèi。" — „Die ‚Wissenden' sind jene, die um das Tun wissen (und es ausnutzen wollen)."
Kapitel 3 · Satz 6: 使shǐzhīzhěgǎnwèi

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-zhīA-gǎnA-wèiB
Übersetzung: Er bewirkt, dass jene, die in der Anwendung von Schlauheit geübt sind, nicht wagen, etwas Gekünsteltes zu schaffen.
Deutung:wèi" wird hier als „gekünstelt schaffen" verstanden. Selbst wer über listige Klugheit verfügt, wagt es in der schlichten Atmosphäre der Gesellschaft nicht, Ränke und Machenschaften zu entfalten. Diese Deutung betont die kollektive Hemmschwelle einer tugendhaften Gesellschaft.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „shēnqīngyán。" — „Wer tief überlegt, spricht nicht leichtfertig."
Kapitel 3 · Satz 6: 使shǐzhīzhěgǎnwèi

[Deutung 3] Neuartig · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: B-zhīC-gǎnA-wèiC
Übersetzung: (So) wagen selbst die wahrhaft Einsichtigen nicht, etwas zu unternehmen.
Deutung:zhīzhě" wird hier positiv als „wahrhaft einsichtige Person" verstanden. Diese Deutung birgt eine tiefere Bedeutungsschicht: Nicht nur die Listigen wagen kein willkürliches Handeln, sondern selbst die wahrhaft Einsichtigen wahren Bescheidenheit und Zurückhaltung und handeln nicht voreilig. Die gesamte Gesellschaft kehrt zum Zustand des „gǎnwèitiānxiàxiān" — „Es nicht wagen, der Erste unter dem Himmel zu sein" — zurück.
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit Kapitel 67: „gǎnwèitiānxiàxiān" — „Es nicht wagen, der Erste unter dem Himmel zu sein."

[Satz 7] wèiwèizhì。(Wer durch Nicht-Handeln handelt, dem gelingt alles.)

Kapitel 3 · Satz 7: wèiwèizhì

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: wèiA-A-wèiC-zhìA
Übersetzung: Wer auf die Weise des Nicht-Handelns (wèi) regiert (handelt), dem gelingt alle Regierung.
Deutung: Die zentrale Auslegung. „wèiwèi" ist das Leitmotiv von Laozis politischer Philosophie — im Sinne des „nicht gekünstelten Eingreifens" die Welt regieren. „Nicht-Handeln" (wèi) bedeutet nicht, gar nichts zu tun, sondern nicht gegen die natürliche Ordnung zu verstoßen und nicht gewaltsam in das Leben des Volkes einzugreifen. Diese drei Zeichen verdichten den politischen Grundsatz des gesamten Kapitels und des ganzen Tao Te Ching.
Ähnliche Ansichten: Heshanggong: „zàozuòdòngyīnxúnhuàhòubǎixìngān。" — „Nichts gekünstelt schaffen, dem natürlichen Lauf folgen. Die Tugend () wirkt tief, und das Volk lebt in Frieden."
Kapitel 3 · Satz 7: wèiwèizhì

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: wèiB-A-wèiD-zhìB
Übersetzung: Wer das „Nicht-Handeln" zum Grundsatz seines Handelns macht, dem wird alles friedvoll und geordnet.
Deutung: Das erste „wèi" wird als „etwas zum Grundsatz machen" verstanden, sodass „Nicht-Handeln" (wèi) zu einem bewusst gewählten Prinzip wird. „zhì" wird adjektivisch als „friedvoll" gedeutet. Diese Deutung betont: Nicht-Handeln ist nicht nur eine Methode, sondern ein bewusst gewählter und beständig befolgter Grundsatz.
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit Kapitel 37: „dàochángwèiérwèi" — „Das Tao handelt beständig durch Nicht-Handeln, und doch bleibt nichts ungetan."
Kapitel 3 · Satz 7: wèiwèizhì

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: wèiA-A-wèiC-zhìB
Übersetzung: Wer jene „Nicht-Handeln"-Maßnahmen durchführt (d.h. die zuvor genannten: nicht die Tüchtigen anpreisen, keine Güter wertschätzen, nichts Begehrenswertes zeigen usw.), dem wird die Welt friedvoll.
Deutung: „Nicht-Handeln" wird hier auf die konkreten Maßnahmen des vorangehenden Textes zurückbezogen: nicht die Tüchtigen anpreisen, keine Güter wertschätzen, nichts Begehrenswertes zeigen, Herzen entleeren und Bäuche füllen usw. „wèiwèi" ist kein abstraktes Philosophieren, sondern die konkrete Umsetzung jener scheinbar „untätigen" Maßnahmen. Diese Deutung verankert den operativen Gehalt des Nicht-Handelns am solidesten.
Ähnliche Ansichten: Das gesamte Kapitel wird als konkretes Regierungsprogramm des „Durch-Nicht-Handeln-Regierens" gelesen.
Kapitel 3 · Satz 7: wèiwèizhì

[Deutung 4] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: wèiA-A-wèiC-zhìA
Übersetzung: Wer dahin gelangt, nichts Gekünsteltes zu schaffen, dem gelingt alle Regierung.
Deutung: Diese Deutung versteht „Nicht-Handeln" sprachlich als einen Zustand und nicht als ein Substantiv: „dahin gelangen, dass man nichts gekünstelt schafft". Der Kerngedanke ist ähnlich, doch die Nuance liegt darin: Es geht nicht darum, „eine Politik namens Nicht-Handeln durchzuführen", sondern darum, „die Stufe des nicht-gekünstelten Schaffens zu erreichen" — der Schwerpunkt liegt auf dem Kultivierungszustand des Subjekts.
Ähnliche Ansichten: Steht im Einklang mit Kapitel 48: „wèixuéwèidàosǔn" — „Wer Wissen erstrebt, häuft täglich an; wer dem Tao folgt, verringert täglich."

Zusammenfassung des Kapitels

Dieses Kapitel enthält 23 Deutungskombinationen.

[Kerndifferenzen]

Das dritte Kapitel gehört zu den konzentriertesten Darstellungen der politischen Philosophie im Tao Te Ching. Von der Ebene der Grundsätze (nicht die Tüchtigen anpreisen, keine Güter wertschätzen, nichts Begehrenswertes zeigen) über die Ebene der Methodik (Herzen entleeren, Bäuche füllen, Willen schwächen, Knochen stärken) bis zur Ebene des Leitmotivs (Durch-Nicht-Handeln-Handeln, dann gelingt alles) entfaltet sich ein vollständiges Regierungsprogramm des „Durch-Nicht-Handeln-Regierens". Die Kerndifferenzen liegen auf zwei Ebenen: (1) Deutungstiefe — beschränkt sich das Kapitel auf konkrete Maßnahmen politischer Regierung, oder umfasst es zugleich eine Methodik der persönlichen Selbstkultivierung? Wang Bi tendiert zu Ersterem („xīn怀huáizhìér怀huáishí" — „Das Herz birgt Klugheit, der Bauch birgt Nahrung"), Heshanggong zu Letzterem („zhìguózhìshēntóng" — „Staatsführung und Selbstkultivierung sind eins"). (2) Die Grenzen von „zhī" — will Laozi die listige Schlauheit und die maßlose Gier beseitigen, oder alles Wissen und jede Begierde? Ersteres macht ihn zum Denker „gegen List und Betrug", Letzteres zum extremen „Gegner der Zivilisation". Die Kommentatoren der Jahrhunderte nehmen überwiegend Ersteres an, um dem Vorwurf der „Volksverdummung" zu entgehen. Bemerkenswert ist die äußerst kunstvolle rhetorische Strategie dieses Kapitels: Drei „nicht" (shàng, guì, jiàn) korrespondieren mit drei „bewirkt" (使shǐzhēng, 使shǐdào, 使shǐluàn) und münden in das eine Leitmotiv „wèiwèi" — vom Problemaufriss über die Lösungsstrategie bis zum Regierungserfolg entsteht eine vollständige logische Kette.

Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen

A. [Adv.] Nicht; Negationspartikel
Quelle: Grundbedeutung
shàng
A. [Verb] Hochschätzen; verehren; hochhalten
Quelle: Mozi: „shàngxián使shǐnéng" (Die Tüchtigen hochschätzen und die Fähigen einsetzen).
B. [Verb] Wert beimessen; für wichtig erachten
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Schwerpunkt auf hoher Bewertung.
C. [Verb] Zur Schau stellen; anpreisen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. „shànggōng" (Seine eigenen Verdienste anpreisen).
xián
A. [Subst.] Tüchtige Person; fähiger Mensch
Quelle: Wang Bi: „xiányóunéng" (Xián bedeutet fähig).
B. [Subst.] Sittlich vortreffliche Person; tugendhafter Mensch
Quelle: Mengzi: „zūnxián使shǐnéng" (Die Vortrefflichen ehren und die Fähigen einsetzen).
C. [Subst.] Weltlich sogenannte Tüchtige (redegewandte, vom Tao abweichende, machttaktische Personen)
Quelle: Heshanggong: „xiánwèishìzhīxiánbiànkǒumíngwéndàoxíngquánzhìwèiwén" (‚Tüchtig' bezeichnet die weltlich Tüchtigen — redegewandt, vom Tao abweichend, Machttaktik betreibend).
D. [Adj.] Tüchtig; fähig und tugendhaft
Quelle: Adjektivische Verwendung. „xiánmíng" (tüchtig und aufgeklärt).
使shǐ
A. [Verb] Bewirken; veranlassen
Quelle: Grundbedeutung. Kausativ.
mín
A. [Subst.] Volk; die einfachen Menschen
Quelle: Grundbedeutung. Gespräche: „使shǐmínshí" (Das Volk zur rechten Zeit einsetzen).
B. [Subst.] Die Menge; die Menschen insgesamt
Quelle: Allgemeine Bezeichnung für alle Menschen.
zhēng
A. [Verb] Streiten; sich reißen um
Quelle: Grundbedeutung. „Sich gegenseitig nicht nachgeben wollen."
B. [Verb] Wetteifern; sich messen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Sich gegenseitig vergleichen und überbieten.
C. [Verb] Disputieren; sich streiten
Quelle: Erweiterte Bedeutung. „zhēngzhǎnglùnduǎn" (Über Besser und Schlechter streiten).
guì
A. [Verb] Wertschätzen; für kostbar erachten
Quelle: Psychologisch-kausative Verwendung. „Für besonders wertvoll halten."
B. [Verb] Den Preis von etwas künstlich steigern; etwas kostbar machen
Quelle: Kausative Verwendung. Wert künstlich erhöhen.
C. [Verb] Verehren; hochschätzen
Quelle: Wang Bi: „guìzhělóngzhīchēng" (Guì ist ein Ausdruck für Verehrung).
nán
A. [Adj.] Schwer zu erlangen; selten
Quelle: Grundbedeutung. „Nicht leicht."
A. [Verb] Erlangen; erhalten
Quelle: Grundbedeutung. Gespräche: „érqiěguìyún" (Reichtum und Rang durch Unrecht sind mir wie Wolken).
zhī
A. [Part.] Des/der (Strukturpartikel)
Quelle: Grundbedeutung
huò
A. [Subst.] Güter; Waren
Quelle: Grundbedeutung. „Handelsgüter."
B. [Subst.] Schätze; kostbare Gegenstände
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Speziell wertvolle Dinge.
dào
A. [Subst.] Dieb; Räuber
Quelle: Grundbedeutung. „Person, die stiehlt oder raubt."
B. [Verb] Stehlen; entwenden
Quelle: Verbale Verwendung. „Auf unrechtmäßige Weise an sich nehmen."
jiàn
A. [Verb] Lehnschreibung für „xiàn"; zeigen, zur Schau stellen
Quelle: Lehnzeichen. Altchinesisch gleich „xiàn" — erscheinen, zeigen.
B. [Verb] Sehen; erblicken
Quelle: Grundbedeutung. „Wahrnehmen."
A. [Verb] Können; vermögen
Quelle: Grundbedeutung
B. [Verb] Wert sein
Quelle: Erweiterte Bedeutung
A. [Subst.] Begierde; Gier
Quelle: Grundbedeutung. „Der Wunsch, etwas zu erlangen."
B. [Verb] Begehren; wünschen
Quelle: Verbale Verwendung. „Etwas haben wollen."
luàn
A. [Verb] Verwirren; in Unordnung bringen
Quelle: Grundbedeutung. „Ohne Ordnung."
B. [Adj.] Ruhelos; unstet; verwirrt
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Innere Unruhe.
A. [Verb] Entleeren; leer machen (kausativ)
Quelle: Kausative Verwendung. Das Herz leer machen.
xīn
A. [Subst.] Herz; inneres Denken (Sitz von Überlegung und Schlauheit)
Quelle: Wang Bi: „xīn怀huáizhì" (Das Herz birgt Klugheit).
B. [Subst.] Herz; Sitz der Begierde
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Das begierige Herz.
shí
A. [Verb] Füllen; anfüllen (kausativ)
Quelle: Kausative Verwendung. Den Bauch füllen.
A. [Subst.] Bauch; Leib (bezogen auf grundlegende Bedürfnisse der Sättigung)
Quelle: Grundbedeutung. Steht im Einklang mit Kapitel 12: „wèiwèi" (Für den Bauch, nicht für die Augen).
B. [Subst.] Bauch (im übertragenen Sinne: das Innere; Sitz des Tao)
Quelle: Heshanggong: „怀huáidàobàoshǒushén" (Das Tao umfangen, die Einheit bewahren, die fünf Geister hüten).
ruò
A. [Verb] Schwächen; weich machen (kausativ)
Quelle: Kausative Verwendung. Den Willen weich machen.
B. [Verb] Mildern; sanft und bescheiden machen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Sanft und nachgiebig machen.
zhì
A. [Subst.] Wille; Entschlossenheit; Streben
Quelle: Grundbedeutung. „Absicht."
B. [Subst.] Wettkampfgeist; Ehrgeiz
Quelle: Wang Bi: „zhìshēngshìluàn" (Der Wille erzeugt Angelegenheiten und damit Unordnung). Erweitert auf ehrgeiziges Streben.
C. [Subst.] Übermäßiger Ehrgeiz; Begierde
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Maßloses Streben.
qiáng
A. [Verb] Stärken; kräftigen (kausativ)
Quelle: Kausative Verwendung. Die Knochen stärken.
B. [Verb] Festigen; standhaft machen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Fest und stabil machen.
A. [Subst.] Knochen; Gebein (bezogen auf den Körper)
Quelle: Grundbedeutung. „Festes Stützgewebe des Körpers."
B. [Subst.] Rückgrat; Charakter; innere Stützkraft
Quelle: Erweiterte Bedeutung. „Menschliche Wesensart und Haltung."
cháng
A. [Adv.] Häufig; beständig
Quelle: Grundbedeutung. „Immer wieder; nicht nur einmal."
B. [Adj.] Dauerhaft; fortdauernd
Quelle: Betont den anhaltenden Zustand.
zhī
A. [Subst.] Wissen; Gelehrsamkeit
Quelle: Grundbedeutung. „Kenntnis."
B. [Subst.] Schlauheit; listige Klugheit
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Speziell hinterlistige Verschlagenheit.
C. [Subst.] Lehnschreibung für „zhì"; Klugheit; Machenschaften
Quelle: Lehnzeichen. „Gleich zhì, Klugheit."
A. [Pron.] Jene; sie (Demonstrativpronomen)
Quelle: Grundbedeutung. „Jener, jene."
B. [Part.] Satzeinleitung ohne eigene Bedeutung
Quelle: Auftaktpartikel. Steht am Satzanfang.
gǎn
A. [Verb] Wagen; sich erdreisten
Quelle: Grundbedeutung. „Mut haben."
wèi
A. [Verb] Willkürlich handeln; rücksichtslos vorgehen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Handeln wider das Tao; gegen die natürliche Ordnung verstoßen.
B. [Verb] Gekünstelt schaffen; eingreifen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. „Tun, handeln." Im Sinne von gekünsteltem Schaffen.
C. [Verb] Etwas unternehmen; handeln
Quelle: Grundbedeutung. Allgemeine Bezeichnung für Handeln.
D. [Subst.] Willkürliches Handeln (wider die natürliche Ordnung)
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Handeln wider das Tao.
A. [Adj.] Ohne; es gibt nicht (Negation)
Quelle: Grundbedeutung
zhì
A. [Verb] Regieren; verwalten
Quelle: Grundbedeutung. „Lenken, ordnen."
B. [Adj.] Friedvoll; geordnet
Quelle: „Geordnet." „tiānxiàzhì" (Die Welt ist in großem Frieden).