Tao Te Ching Kapitel 27: Der vollständige Kommentar

Der folgende Inhalt bietet eine multiperspektivische Tiefenanalyse jedes Satzes dieses Kapitels, die traditionelle Kommentare, philologische Analysen, philosophische Interpretationen und weitere Dimensionen umfasst. Grundtext: Wang Bis Kommentar zum Daode Zhenjing, Ausgabe des Zhengtong Daozang
Die „Kombination"-Bezeichnung jeder Deutung folgt dem Format „Zeichen + Bedeutungsnummer" (z.B. „dàoC-A"), d.h. diese Deutung verwendet Bedeutung C von „dào" und Bedeutung A von „". Das vollständige Glossar finden Sie am Ende dieses Kapitels: [Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen].

[Satz 1] shànxíngzhé,(Wer geschickt zu gehen versteht, hinterlässt weder Wagenspuren noch Fußabdrücke.)

Kapitel 27 · Satz 1: shànxíngzhé

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-xíngA
Übersetzung: Wer geschickt zu gehen versteht, hinterlässt weder Wagenspuren noch Fußabdrücke.
Deutung: Die wörtliche Bedeutung. Wer geschickt geht, tritt so leicht auf, dass keine Spuren zurückbleiben. Dies ist ein Gleichnis für meisterhaftes Handeln, das weder Angriffsfläche noch Schwachstellen hinterlässt. Wang Bis Kommentar: „shùnránérxíngzàoshǐzhìérzhé" — „Wer in Übereinstimmung mit der Natur handelt, ohne etwas zu konstruieren oder zu beginnen, lässt die Dinge ihre Erfüllung finden, ohne Spuren zu hinterlassen." Der Kern liegt im „Handeln in Übereinstimmung mit der Natur": Ohne bewusstes Konstruieren vollenden sich die Dinge von selbst und hinterlassen naturgemäß keine Spuren.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „shùnránérxíngzàoshǐzhìérzhé" — „Wer in Übereinstimmung mit der Natur handelt, ohne etwas zu konstruieren oder zu beginnen, lässt die Dinge ihre Erfüllung finden, ohne Spuren zu hinterlassen."
Kapitel 27 · Satz 1: shànxíngzhé

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-xíngC
Übersetzung: Wer geschickt das Tao (dào) zu praktizieren versteht, hinterlässt keine Spuren.
Deutung: Heshang Gong deutet „xíng" als „das Tao praktizieren" — den großen Weg kultivieren. Wer geschickt den Weg kultiviert, „qiúzhīshēnxiàtángchūmén" (sucht es in sich selbst, ohne die Halle hinabzusteigen, ohne das Tor zu durchschreiten), arbeitet an sich selbst und hinterlässt daher in der äußeren Welt natürlicherweise keinerlei Fußabdrücke. Diese Lesart erhebt „shànxíng" von der alltäglichen Handlung auf die Ebene der geistigen Kultivierung.
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shànxíngdàozhěqiúzhīshēnxiàtángchūménzhé" — „Wer geschickt den Weg praktiziert, sucht ihn in sich selbst, ohne die Halle hinabzusteigen, ohne das Tor zu durchschreiten — daher keine Wagenspuren und Fußabdrücke." Kapitel 47: „chūzhītiānxià" — „Ohne das Haus zu verlassen, kennt man die Welt."
Kapitel 27 · Satz 1: shànxíngzhé

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: shànB-xíngB
Übersetzung: Vollkommenes Handeln hinterlässt keine Spur.
Deutung: Hier nimmt „shàn" die Bedeutung „vollkommen" an und „xíng" die von „Handeln". Die vollendetste Art zu handeln besteht darin, keine Spur zu hinterlassen — das Werk ist vollbracht, ohne dass jemand weiß, was getan wurde. Diese Lesart korrespondiert mit Kapitel 17: „tàishàngzhīyǒuzhī" — „Vom besten Herrscher weiß das Volk nicht einmal, dass er existiert."
Ähnliche Ansichten: Kapitel 17: „tàishàngzhīyǒuzhī" — „Vom besten Herrscher weiß das Volk nicht einmal, dass er existiert." „gōngchéngshìsuìbǎixìngjiēwèirán" — „Ist das Werk vollbracht und die Angelegenheiten erledigt, sagt das Volk: ‚Wir haben es selbst getan.'"

[Satz 2] shànyánxiázhé;(Wer geschickt zu reden versteht, hinterlässt weder Makel noch Tadel.)

Kapitel 27 · Satz 2: shànyánxiázhé

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-yánA-xiázhéA
Übersetzung: Wer geschickt zu reden versteht, hinterlässt weder Makel noch Fehler.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Wer in der Redekunst bewandert ist, drückt sich mit solcher Vollständigkeit aus, dass kein Mangel zu beanstanden ist. Wang Bis Kommentar: „shùnzhīxìngbiéxiázhémén" — „Indem man der Natur der Dinge folgt, ohne zu unterscheiden und zu zerlegen, gibt es kein Tor, durch das Makel oder Tadel eindringen könnten." Der Kern liegt im „Nicht-Unterscheiden und Nicht-Zerlegen": Indem man die Dinge nicht aufteilt, um sie zu beurteilen, vermeidet man naturgemäß jede Fehlaussage. Diese Lesart birgt die tiefere Bedeutung des sparsamen, aber treffenden Sprechens in Übereinstimmung mit der Natur.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „shùnzhīxìngbiéxiázhémén" — „Indem man der Natur der Dinge folgt, ohne zu unterscheiden und zu zerlegen, gibt es kein Tor, durch das Makel oder Tadel eindringen könnten."
Kapitel 27 · Satz 2: shànyánxiázhé

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-yánA-xiázhéB
Übersetzung: Wer geschickt zu reden versteht, zieht sich keinen Tadel zu.
Deutung: Hier nimmt „zhé" die Bedeutung „Tadel, Rüge" an. Heshang Gongs Kommentar: „yánérchūzhīxiázhéguòtiānxià" — „Wenn man seine Worte sorgfältig wählt, bevor man sie ausspricht, zieht man sich in der Welt weder Makel noch Tadel noch Fehler zu." Der Schlüssel zum geschickten Reden liegt im „Wählen" — den richtigen Zeitpunkt, den richtigen Ort und das richtige Gegenüber zu wählen. Wer mit Bedacht spricht, vermeidet naturgemäß jeden Tadel.
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shànyánwèiyánérchūzhīxiázhéguòtiānxià" — „Geschicktes Reden bedeutet, seine Worte zu wählen, bevor man sie ausspricht; so zieht man sich weder Makel noch Tadel noch Fehler zu."

[Satz 3] shànshùyòngchóu;(Wer geschickt zu rechnen versteht, braucht keine Rechenstäbe.)

Kapitel 27 · Satz 3: shànshùyòngchóu

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shùA-chóuA
Übersetzung: Wer geschickt zu rechnen versteht, braucht weder Rechenstäbe noch Zählstäbe.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Wer im Rechnen bewandert ist, rechnet im Kopf mit göttlicher Präzision und braucht keine äußeren Hilfsmittel. Dies ist ein Gleichnis für den Menschen des Tao (dào), der die Gesetzmäßigkeiten der Dinge so gründlich durchschaut, dass er keine komplexen Methoden oder Werkzeuge benötigt. Wang Bis Kommentar ist knapp, aber tiefgründig: „yīnzhīshùjiǎxíng" — „Er stützt sich auf die den Dingen innewohnenden Zahlen und bedarf keiner äußeren Formen."
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „yīnzhīshùjiǎxíng" — „Er stützt sich auf die den Dingen innewohnenden Zahlen und bedarf keiner äußeren Formen."
Kapitel 27 · Satz 3: shànshùyòngchóu

[Deutung 2] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: shùB-chóuB
Übersetzung: Wer die himmlischen Gesetzmäßigkeiten zu erfassen versteht, braucht keine Strategien und Berechnungen.
Deutung: Hier nimmt „shù" die Bedeutung „himmlische Gesetzmäßigkeiten, Naturgesetze" an und „" die von „Strategien". Wer die Wirkprinzipien des Kosmos durchdrungen hat, braucht keine geschickten Kniffe zur Bewältigung der Geschäfte — denn er handelt in Übereinstimmung mit der natürlichen Ordnung, und alles fügt sich von selbst. Heshang Gong: „shàndàoshìzhěshǒusuǒduōyòngchóuérzhī" — „Wer geschickt durch das Tao zu rechnen versteht, hält am Einen fest und weicht nicht ab; was er berechnen muss, ist wenig, sodass er ohne Rechenstäbe erkennen kann."
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shàndàoshìzhěshǒu" — „Wer geschickt durch das Tao zu rechnen versteht, hält am Einen fest und weicht nicht ab."

[Satz 4] shànguānjiànérkāishànjiéshéngyuēérjiě。(Wer geschickt zu schließen versteht, braucht weder Riegel noch Querbalken, und doch kann man nicht öffnen; wer geschickt zu knüpfen versteht, braucht weder Seil noch Strick, und doch kann man nicht lösen.)

Kapitel 27 · Satz 4: shànguānjiànérkāishànjiéshéngyuēérjiě

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A-jiéA
Übersetzung: Wer geschickt zu schließen versteht, verwendet weder Riegel noch Querbalken, und doch kann man nicht öffnen; wer geschickt zu knüpfen versteht, verwendet weder Seil noch Strick, und doch kann man nicht lösen.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Zusammen mit den drei vorangegangenen Sätzen bilden diese eine Reihe von fünf Parallelsätzen nach dem Muster „wer geschickt … versteht". Wer geschickt schließt, verzichtet auf materielle Mittel (Riegel); wer geschickt knüpft, verzichtet auf materielle Werkzeuge (Seile), und doch ist das Ergebnis fester, als hätte er diese Mittel eingesetzt. Wang Bi fasst den Kerngedanken aller fünf Sätze zusammen: „zhějiēyánzàoshīyīnzhīxìngxíngzhì" — „Alle fünf Sätze besagen, dass man nicht konstruiert und nicht auferlegt, sondern der Natur der Dinge folgt und nicht äußere Formen benutzt, um die Dinge zu beherrschen."
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „yīnránshèshīyòngguānjiànshéngyuēérkāijiězhějiēyánzàoshīyīnzhīxìngxíngzhì" — „In Übereinstimmung mit der Natur der Dinge, ohne etwas einzurichten oder aufzuerlegen, verwendet er weder Riegel noch Seil, und doch kann nichts geöffnet oder gelöst werden. Alle fünf Sätze besagen, dass man nicht konstruiert und nicht auferlegt, sondern der Natur der Dinge folgt und nicht äußere Formen benutzt, um die Dinge zu beherrschen."
Kapitel 27 · Satz 4: shànguānjiànérkāishànjiéshéngyuēérjiě

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: B-jiéB
Übersetzung: Wer geschickt die (Begierden) zu verschließen versteht, braucht weder Riegel noch Querbalken, und doch kann man nicht öffnen; wer geschickt die (Herzen) zu verbinden versteht, braucht weder Seil noch Strick, und doch kann man nicht lösen.
Deutung: Heshang Gong liest diese Stelle aus der Perspektive der geistigen Kultivierung: „shàndàoqíngshǒujīngshénzhěményǒuguānjiànkāi" — „Wer geschickt das Tao einsetzt, um die Begierden zu verschließen und den Geist zu bewahren, tut dies auf eine Weise, die sich — anders als eine Tür mit Riegel — nicht öffnen lässt." „shàndàojiéshìzhěnǎijiéxīnshéngsuǒjiě" — „Wer geschickt das Tao einsetzt, um Angelegenheiten zu verbinden, kann das Herz verbinden; anders als ein Seil lässt sich das nicht lösen." Das Verschließen der Begierden beruht auf der inneren Kraft des Tao und nicht auf äußerem Zwang; das Verbinden der Herzen beruht auf Aufrichtigkeit und nicht auf formalen Fesseln.
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shàndàoqíngshǒujīngshénzhě" — „Wer geschickt das Tao einsetzt, um die Begierden zu verschließen und den Geist zu bewahren." „shàndàojiéshìzhěnǎijiéxīn" — „Wer geschickt das Tao einsetzt, um Angelegenheiten zu verbinden, kann das Herz verbinden."

[Satz 5] shìshèngrénchángshànjiùrénrén;(Daher versteht der Weise stets, die Menschen zu retten, sodass niemand verworfen wird.)

Kapitel 27 · Satz 5: shìshèngrénchángshànjiùrénrén

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-jiùA
Übersetzung: Daher versteht der Weise (shèngrén) es stets, die Menschen zu retten, sodass niemand verworfen wird.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Der Weise (shèngrén) gibt niemanden auf — denn in seinen Augen besitzt jeder Mensch seinen Wert und seine Vorzüge. „Niemand wird verworfen" drückt die Weite des Blicks und die Großmut des Weisen aus. Wang Bis Kommentar enthüllt tiefgründig den Grund: „shèngrénxíngmíngjiǎnzàojìnxiàngshūxiào" — „Der Weise errichtet keine formalen Kategorien, um die Wesen zu sortieren, und schafft keine Rangordnungen, um die Unwürdigen auszusondern und zu verstoßen." Er „unterstützt die natürlichen Neigungen der zehntausend Dinge, ohne etwas zu beginnen" (wànzhīránérwèishǐ).
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „shèngrénxíngmíngjiǎnzàojìnxiàngshūxiàowànzhīránérwèishǐyuērén" — „Der Weise errichtet keine formalen Kategorien, um die Wesen zu sortieren, schafft keine Unterscheidungen, um die Unwürdigen auszusondern. Er unterstützt die natürlichen Neigungen der zehntausend Dinge, ohne etwas zu beginnen — daher heißt es, dass niemand verworfen wird."
Kapitel 27 · Satz 5: shìshèngrénchángshànjiùrénrén

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-jiùB
Übersetzung: Daher versteht der Weise (shèngrén) es stets, die Menschen zu erziehen, sodass niemand verworfen wird.
Deutung: Hier nimmt „jiù" die Bedeutung „erziehen, durch Lehre verwandeln" an. Heshang Gongs Kommentar: „shèngrénsuǒchángjiàorénzhōngxiàozhějiùrénxìngmìng" — „Der Grund, warum der Weise stets Treue und Kindespietät lehrt, ist, dass er das Wesen und das Leben der Menschen retten will." Das „Retten" des Weisen ist keine materielle Hilfeleistung, sondern geistige Erziehung. Durch diese Erziehung findet jeder seinen rechten Platz: „使shǐguìjiànsuǒ" (dafür sorgen, dass Vornehme und Geringe jeweils ihren Platz finden).
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shèngrénsuǒchángjiàorénzhōngxiàozhějiùrénxìngmìng" — „Der Grund, warum der Weise stets Treue und Kindespietät lehrt, ist, dass er das Wesen und das Leben der Menschen retten will." „使shǐguìjiànsuǒ" — „Dafür sorgen, dass Vornehme und Geringe jeweils ihren Platz finden."
Kapitel 27 · Satz 5: shìshèngrénchángshànjiùrénrén

[Deutung 3] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànA-jiùC
Übersetzung: Daher versteht der Weise (shèngrén) es stets, die Menschen zur Entfaltung zu bringen, sodass niemand verworfen wird.
Deutung: Hier nimmt „jiù" die Bedeutung „unterstützen, zur Verwirklichung bringen" an. Der Weise „rettet" nicht von oben herab, sondern unterstützt jeden dabei, seine natürliche Anlage zu verwirklichen. Wang Bis Kommentar hebt besonders die Logik des Regierens durch Nicht-Handeln (wèi) hervor: „shàngxiánnéngmínzhēngguìnánzhīhuòmínwèidàojiànmínxīnluàncháng使shǐmínxīnhuòrén" — „Wenn die Weisen nicht gepriesen werden, wetteifert das Volk nicht; wenn seltene Güter nicht geschätzt werden, stiehlt das Volk nicht; wenn Begehrenswrertes nicht zur Schau gestellt wird, gerät das Herz des Volkes nicht in Verwirrung. Wenn das Herz des Volkes stets frei von Begierde und Verwirrung ist, dann wird niemand verworfen." Es ist nicht so, dass der Weise jeden Einzelnen aktiv rettet, sondern durch das Nicht-Handeln schafft er eine Umgebung, in der niemand verworfen wird.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „cháng使shǐmínxīnhuòrén" — „Wenn das Herz des Volkes stets frei von Begierde und Verwirrung ist, dann wird niemand verworfen."

[Satz 6] chángshànjiù。(Er versteht stets, die Dinge zu retten, sodass nichts verschwendet wird.)

Kapitel 27 · Satz 6: chángshànjiù

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: A
Übersetzung: Er versteht es stets, alle Dinge zu nutzen, sodass nichts verschwendet wird.
Deutung: Parallel zu „niemand wird verworfen" im vorigen Satz. In den Augen des Weisen (shèngrén) ist nichts auf der Welt nutzlos — jedes Ding hat seinen Platz und seinen Wert. Dieser Gedanke korrespondiert mit Zhuangzis Vorstellung vom „Nutzen des Nutzlosen". Heshang Gongs Kommentar: „shèngrénjiànmíngérguìshìzhī" — „Der Weise verachtet nicht den Stein, um die Jade zu schätzen; er betrachtet sie als gleich."
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shèngrénjiànmíngérguìshìzhī" — „Der Weise verachtet nicht den Stein, um die Jade zu schätzen; er betrachtet sie als gleich."
Kapitel 27 · Satz 6: chángshànjiù

[Deutung 2] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: A
Übersetzung: Er versteht es stets, jedem Ding seinen rechten Platz zu lassen, sodass nichts verschwendet wird.
Deutung: Heshang Gong: „shèngrénsuǒchángjiàomínshùnshízhějiùwànzhīcánshāng" — „Der Grund, warum der Weise das Volk stets lehrt, den vier Jahreszeiten zu folgen, ist, dass er die zehntausend Dinge vor Zerstörung und Schaden bewahren will." Diese Lesart versteht das „Retten der Dinge" im ökologischen Sinne — als Schutz und vernünftige Nutzung. Jede Daseinsform hat ihre ökologische Nische; entscheidend ist, ob die Menschen die Einrichtung der Natur zu verstehen wissen.
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shèngrénsuǒchángjiàomínshùnshízhějiùwànzhīcánshāng" — „Der Grund, warum der Weise das Volk stets lehrt, den vier Jahreszeiten zu folgen, ist, dass er die zehntausend Dinge vor Zerstörung und Schaden bewahren will."

[Satz 7] shìwèimíng。(Dies nennt man das verborgene Licht.)

Kapitel 27 · Satz 7: shìwèimíng

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: B-míngA
Übersetzung: Dies nennt man das in sich bewahrte Licht.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. „míng" ist ein Laozi eigentümlicher Begriff — ein Licht, das sich nicht nach außen zeigt, eine Weisheit, die im Herzen geborgen ist. Dieser Gedanke steht in Einklang mit Kapitel 58: „shìshèngrénfāngérliánérguìzhíérguāngér耀yào" — „Daher ist der Weise geradlinig, ohne zu schneiden; kantig, ohne zu verletzen; aufrecht, ohne sich aufzudrängen; leuchtend, ohne zu blenden." Wahre Weisheit ist nicht prahlerische Klugheit, sondern tiefverborgene Bewusstheit.
Ähnliche Ansichten: Kapitel 58: „guāngér耀yào" — „Leuchtend, ohne zu blenden." Kapitel 52: „yòngguāngguīmíng" — „Sein Licht gebrauchen und zu seiner Klarheit zurückkehren."
Kapitel 27 · Satz 7: shìwèimíng

[Deutung 2] Traditionell · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: A-míngB
Übersetzung: Dies nennt man das Erbe des Lichts des großen Tao (dào).
Deutung: Heshang Gongs Kommentar: „shèngrénshànjiùrénshìwèimíngdào" — „Dass der Weise geschickt Menschen und Dinge rettet — das nennt man das Erbe des Lichts des großen Tao." Hier nimmt „" die Bedeutung „erben, fortführen" an. Die Meisterschaft des Weisen im Retten von Menschen und Dingen ist eine Manifestation seiner Weitergabe der Leuchtkraft des Tao. Diese Lesart versteht „míng" als ein Verhältnis der Überlieferung: Das Tao besitzt Licht, und der Weise erbt es und handelt danach.
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „shèngrénshànjiùrénshìwèimíngdào" — „Dass der Weise geschickt Menschen und Dinge rettet — das nennt man das Erbe des Lichts des großen Tao."
Kapitel 27 · Satz 7: shìwèimíng

[Deutung 3] Neuartig · Mittlere Glaubwürdigkeit

Kombination: C-míngA
Übersetzung: Dies nennt man das tiefgeschichtete Licht.
Deutung: Hier nimmt „" die Bedeutung „schichten, überdecken" an. Das Licht ist Schicht um Schicht umhüllt, tief verborgen — je wahrer die Weisheit, desto weniger zeigt sie sich an der Oberfläche. Diese Lesart betont die Tiefe des „Lichts" (míng): Es ist kein oberflächlicher Glanz, sondern eine in den tiefsten Schichten verborgene Einsicht.
Ähnliche Ansichten: Dies ist verwandt mit Zhuangzis Gedanken „das Dunkle gebrauchen, um zum Licht zu gelangen" (yònghuìérmíng) sowie Kapitel 4: „guāngtóngchén" — „Sein Licht dämpfen und sich mit dem Staub vereinen."

[Satz 8] shànrénzhěshànrénzhīshīshànrénzhěshànrénzhī。(Darum ist der gute Mensch der Lehrer des schlechten; der schlechte Mensch ist das Lehrmaterial des guten.)

Kapitel 27 · Satz 8: shànrénzhěshànrénzhīshīshànrénzhěshànrénzhī

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànrénA-shīA-shànrénA-A
Übersetzung: Darum ist der gute Mensch der Lehrer des schlechten; der schlechte Mensch ist das warnende Beispiel des guten.
Deutung: Die verbreitetste Deutung. Das Verhalten des guten Menschen dient dem schlechten als Vorbild zur Nachahmung, und die Fehler des schlechten Menschen dienen dem guten als Spiegel, um sich vor Irrtum zu schützen. Dieser Satz betont die Beziehung der Komplementarität zwischen Gut und Schlecht — beide existieren in wechselseitiger Abhängigkeit, und keines kann entbehrt werden. Dies verkörpert das dialektische Denken aus Kapitel 2: „yǒuxiāngshēngnánxiāngchéng" — „Sein und Nichtsein erzeugen einander; Schwieriges und Leichtes vollenden einander."
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „rénzhīxíngshànzhěshèngrénwèirénshī" — „Jene, die das Gute praktizieren — der Weise macht sie zu Lehrern für das Volk."
Kapitel 27 · Satz 8: shànrénzhěshànrénzhīshīshànrénzhěshànrénzhī

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: shànrénB-shànrénB-B
Übersetzung: Darum ist derjenige, der das Tao (dào) erlangt hat, der Lehrer dessen, der es nicht erlangt hat; derjenige, der das Tao nicht erlangt hat, ist das Material, aus dem der Erlangte Belehrung schöpft.
Deutung: Wang Bis Kommentar: „shànrénshànshànshànshànshànrénshànrénzhīsuǒ" — „Der gute Mensch bringt den schlechten durch das Gute in Einklang und lässt das Schlechte durch das Gute hinter sich; darum ist der schlechte Mensch das Material, aus dem der gute schöpft." Hier nimmt „" die Bedeutung „schöpfen aus" an. Der gute Mensch schöpft aus der Erfahrung und den Lektionen des schlechten, um sich selbst zu vervollkommnen, und verwandelt zugleich den schlechten durch das Gute. Diese Lesart betont stärker die Dimension des aktiven Handelns und der Verwandlung.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „shànrénshànshànshànshànshànrénshànrénzhīsuǒ" — „‚' bedeutet ‚schöpfen aus'. Der gute Mensch bringt den schlechten durch das Gute in Einklang und lässt das Schlechte durch das Gute hinter sich; darum ist der schlechte Mensch das Material, aus dem der gute schöpft."

[Satz 9] guìshīàisuīzhìshìwèiyàomiào。(Wer seinen Lehrer nicht wertschätzt und sein Lehrmaterial nicht pflegt — obwohl er sich für klug hält, ist er zutiefst verwirrt. Dies nennt man das Wesentliche und Subtile.)

Kapitel 27 · Satz 9: guìshīàisuīzhìshìwèiyàomiào

[Deutung 1] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: guìA-àiA-suīA-zhìA-A-yàomiàoA
Übersetzung: Wer seinen Lehrer nicht wertschätzt und sein warnendes Beispiel nicht pflegt — obwohl er sich für klug hält, ist er in Wahrheit zutiefst verwirrt. Dies ist das wesentliche und subtile Prinzip.
Deutung: Die gängigste Deutung. „Seinen Lehrer nicht wertschätzen, sein warnendes Beispiel nicht pflegen" ist ein kritischer Warnruf: Wer den guten Menschen (den Lehrer) nicht achtet und die Lektionen, die der schlechte Mensch (das warnende Beispiel) bietet, nicht wertschätzt, der mag äußerlich klug erscheinen, ist aber in Wirklichkeit grundlegend in die Irre geführt. „Dies ist das wesentliche und subtile Prinzip" fasst diese doppelte Lektion zusammen — nur wer versteht, dass Gut und Schlecht einander als Lehrer und Material dienen, erfasst das wahrhaft Wesentliche. Heshang Gong: „suīwèizhìyánrénnǎihuò" — „Obwohl er sich für weise hält, sagt man, dieser Mensch sei zutiefst verwirrt."
Ähnliche Ansichten: Heshang Gong: „suīwèizhìyánrénnǎihuò" — „Obwohl er sich für weise hält — man sagt, dieser Mensch sei zutiefst verwirrt." „néngtōngshìwèizhīwēimiàoyàodào" — „Diesen Sinn zu durchdringen heißt, den subtilen und wesentlichen Weg zu kennen."
Kapitel 27 · Satz 9: guìshīàisuīzhìshìwèiyàomiào

[Deutung 2] Traditionell · Hohe Glaubwürdigkeit

Kombination: guìA-àiA-suīB-zhìB-B-yàomiàoA
Übersetzung: Wer seinen Lehrer nicht wertschätzt und sein warnendes Beispiel nicht pflegt — selbst wenn er Klugheit besitzt, wird er gewiss in große Verwirrung fallen. Darin liegt das Wesentliche.
Deutung: Wang Bis Kommentar: „suīyǒuzhìrènzhìyīndàoshīyuēsuīzhì" — „Mag einer auch Klugheit besitzen — wenn er sich auf seine eigene Klugheit verlässt und sich nicht nach den Dingen richtet, wird er den Weg gewiss verlieren. Daher heißt es: ‚Klug und doch zutiefst verwirrt.'" Der Kern liegt im „sich auf seine eigene Klugheit verlassen und sich nicht nach den Dingen richten": Wer auf seine Geschicklichkeit vertraut und nicht der Natur der Dinge folgt, scheitert unweigerlich auf dem Weg. Diese Lesart erhebt die „große Verwirrung" auf die philosophische Ebene: Die tiefste Form der Verirrung ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion des Wissens.
Ähnliche Ansichten: Wang Bi: „suīyǒuzhìrènzhìyīndàoshīyuēsuīzhì" — „Mag einer auch Klugheit besitzen — wenn er sich auf seine eigene Klugheit verlässt und sich nicht nach den Dingen richtet, wird er den Weg gewiss verlieren. Daher heißt es: ‚Klug und doch zutiefst verwirrt.'"
Kapitel 27 · Satz 9: guìshīàisuīzhìshìwèiyàomiào

[Deutung 3] Umstritten · Geringe Glaubwürdigkeit

Kombination: zhěngbèilùnshìjiě
Übersetzung: Dem Lehrer nicht allzu viel Wert beimessen, das warnende Beispiel nicht allzu sehr hüten — obwohl dies wie Verwirrung aussieht, ist es in Wahrheit das wesentliche Prinzip.
Deutung: Diese Lesart deutet „seinen Lehrer nicht wertschätzen, sein warnendes Beispiel nicht pflegen" positiv statt als Tadel: Nicht absichtlich verehren, nicht absichtlich hüten — alles entsteht aus der Natürlichkeit, ohne jedes Festhalten an der Unterscheidung zwischen Lehrer und Lehrmaterial. „Klug und doch zutiefst verwirrt" ist das Urteil der gewöhnlichen Menschen (die Welt mag dies für große Torheit halten), doch gerade dies ist das „Wesentliche" — die Dualität von Gut und Schlecht zu transzendieren, die Dichotomie von Lehrer und Material zu überwinden, darin liegt die tiefste Wahrheit. Diese Lesart steht dem Geist von Zhuangzis „Gleichsetzung der Dinge" nahe.
Ähnliche Ansichten: Der Gedanke der „Gleichsetzung der Dinge" (lùn) bei Zhuangzi. Dies korrespondiert auch mit der transzendenten Frage in Kapitel 2: „shànzhīèxiāngruò" — „Wie weit sind Gut und Böse voneinander entfernt?"

Zusammenfassung des Kapitels

Dieses Kapitel enthält 22 Deutungskombinationen.

[Kerndifferenzen]

Kapitel 27 ist eine der vollständigsten Darlegungen der „Methodik des Nicht-Handelns" (wèi) im Tao Te Ching. Das Kapitel entfaltet sich in drei zunehmend tieferen Schichten: (1) Die fünf Parallelsätze „wer geschickt … versteht" (Gehen, Reden, Rechnen, Schließen, Knüpfen) zeigen die konkreten Erscheinungsformen des Nicht-Handelns — die vollendetste Art zu handeln stützt sich nicht auf äußere Werkzeuge, sondern folgt der inneren Natur der Dinge; (2) „Niemand wird verworfen, nichts wird verschwendet" erhebt die Methodik des Nicht-Handelns zu einer Werttheorie — in der Sicht des Weisen gibt es auf der Welt keinen nutzlosen Menschen und kein nutzloses Ding; alles hat seinen rechten Platz und seinen Wert; (3) „Der gute Mensch ist der Lehrer" und „der schlechte Mensch ist das Material" sowie „seinen Lehrer nicht wertschätzen, sein Material nicht pflegen" führen die Erörterung zu ihrem philosophischen Kern — das dialektische Verhältnis zwischen Gut und Schlecht. Die Divergenz zwischen Wang Bi und Heshang Gong liegt hauptsächlich darin: Wang Bi betont das ontologische Prinzip des „Folgens der Natur der Dinge" (yīnzhīxìng) — der natürlichen Beschaffenheit der Dinge entsprechen und nicht äußere Formen zu ihrer Beherrschung einsetzen — während Heshang Gong sich der Praxis der Selbstkultivierung zuwendet (das Tao in sich selbst praktizieren, die Begierden verschließen, um den Geist zu bewahren). Die nachdenklichste Stelle ist der Schluss: „klug und doch zutiefst verwirrt — darin liegt das Wesentliche" (suīzhìshìwèiyàomiào). Dies ist entweder ein strenger Tadel jener, die ihren Lehrer nicht achten (Hauptströmung), oder ein Hinweis auf die Transzendierung allen unterscheidenden Denkens (neuartige Deutung), und das Vorhandensein dieser interpretativen Divergenz selbst verkörpert die Vieldeutigkeit und Tiefe des Textes von Laozi.

Anhang: Glossar der Schlüsselzeichen

shàn
A. [Adj.] Geschickt in; bewandert in
Quelle: Grundbedeutung. Zur Modifikation eines Verbs, die Meisterschaft einer Tätigkeit anzeigend.
B. [Adj.] Gut; vollkommen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Einen hohen Grad an Qualität beschreibend.
xíng
A. [Verb] Gehen; wandern
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung. Shuowen Jiezi: „xíngrénzhī" (Gehen heißt Schritt für Schritt voranschreiten).
B. [Verb] Handeln; Geschäfte führen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Jede Art von Handlung oder Verhalten bezeichnend.
C. [Verb] Das Tao praktizieren; den Weg kultivieren
Quelle: Philosophische Bedeutung. Heshang Gong: „shànxíngdàozhěqiúzhīshēn" (Wer geschickt den Weg praktiziert, sucht ihn in sich selbst).
A. [Verb] Nicht haben; ohne sein
Quelle: Grundbedeutung.
zhé
A. [Subst.] Wagenspur; die von einem Rad hinterlassene Spur
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung.
A. [Subst.] Fußabdruck; Spur; Fährte
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung. Jede durch Aktivität hinterlassene Spur bezeichnend.
yán
A. [Verb] Sprechen; aussagen
Quelle: Grundbedeutung.
xiá
A. [Subst.] Makel in einem Jadering; Fleck
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung. Erweitert auf Fehler oder Mangel.
zhé
A. [Subst.] Schuld; Verantwortung (gleich 'zhé')
Quelle: Grundbedeutung. „xiázhé" bezeichnet zusammen Makel und Tadel.
B. [Verb] Tadeln; rügen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Von anderen getadelt werden.
shù
A. [Verb] Zählen; rechnen
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Subst.] Gesetzmäßigkeit; Regel; himmlische Ordnung
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Yijing (Buch der Wandlungen): „shùzhīláizhīwèizhàn" (Die Zahlen erschöpfen und das Kommende erkennen — das nennt man Wahrsagung).
chóu
A. [Subst.] Rechenstab; altes Recheninstrument
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung. Bambusstäbe zum Rechnen.
A. [Subst.] Schafgarbenstängel; altes Orakelgerät
Quelle: Grundbedeutung. Kann auch allgemein Rechengeräte bezeichnen.
B. [Subst.] Strategie; Plan
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
A. [Verb] Schließen; verschließen
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung.
B. [Verb] Die Begierden verschließen (Kultivierungsbedeutung)
Quelle: Heshang Gong: „shàndàoqíng" (Geschickt das Tao einsetzen, um die Begierden zu verschließen).
guānjiàn
A. Riegel und Querbalken; Sperrvorrichtungen (Mittel zum Sichern einer Tür)
Quelle: Grundbedeutung. „guān" ist der Querriegel; „jiàn" ist der senkrechte Balken.
jié
A. [Verb] Knüpfen; binden
Quelle: Ursprüngliche Bedeutung.
B. [Verb] Bande knüpfen; Herzen verbinden
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Heshang Gong: „shàndàojiéshìzhěnǎijiéxīn" (Wer geschickt das Tao einsetzt, um Angelegenheiten zu verbinden, kann das Herz verbinden).
shéngyuē
A. Seil und Strick; materielle Fesseln
Quelle: Grundbedeutung. Materielle Werkzeuge zum Binden und Fesseln.
cháng
A. [Adv.] Stets; beständig
Quelle: Grundbedeutung.
jiù
A. [Verb] Retten; erretten
Quelle: Grundbedeutung. Davor bewahren, verworfen oder verschwendet zu werden.
B. [Verb] Erziehen; anleiten
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Andere durch Erziehung zum Guten führen.
C. [Verb] Unterstützen; zur Entfaltung bringen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Anderen helfen, ihr Potenzial zu verwirklichen.
rén
A. [Subst.] Menschen; alle Personen
Quelle: Grundbedeutung. Alle Menschen unter dem Himmel bezeichnend.
A. [Verb] Verwerfen; verstoßen
Quelle: Grundbedeutung.
A. [Subst.] Dinge; die zehntausend Dinge
Quelle: Grundbedeutung.
A. [Verb] Erben; fortführen
Quelle: Grundbedeutung. „míng" = „das Licht erben".
B. [Verb] Innerlich übereinstimmen; in sich bergen
Quelle: Erweiterte Bedeutung. „" trägt den Sinn von „überdecken", erweitert zu der Vorstellung, dass das Licht im Inneren geborgen ist und sich nicht nach außen zeigt.
C. [Verb] Schichten; überlagern
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Bezieht sich auf das Licht des Tao, das Schicht um Schicht umhüllt und tief verborgen ist.
míng
A. [Subst.] Licht; Klarheit; Weisheit
Quelle: Grundbedeutung. Das Licht des Tao bezeichnend.
B. [Subst.] Licht des großen Tao (tiefe Weisheit)
Quelle: Das spezifische „Licht" (míng) bei Laozi — nicht oberflächliche Klugheit, sondern wesentliches Erwachen.
shànrén
A. Ein Mensch von gutem Charakter / jemand, der geschickt handelt
Quelle: Grundbedeutung.
B. Einer, der das Tao erlangt hat / einer, der den Weg (dào) erfasst hat
Quelle: Philosophische Erweiterung. Entspricht den fünf „geschickten" Personen im vorangehenden Text.
shànrén
A. Ein Mensch von schlechtem Charakter / jemand, der nicht geschickt handelt
Quelle: Grundbedeutung. Das Gegenstück zu „shànrén" (guter Mensch).
B. Einer, der das Tao nicht erlangt hat / einer, der den Weg (dào) noch nicht begriffen hat
Quelle: Philosophische Erweiterung.
shī
A. [Subst.] Lehrer; Vorbild
Quelle: Grundbedeutung. Jemand, dessen Beispiel studiert und nachgeahmt werden kann.
A. [Subst.] Lehrmaterial; warnendes Beispiel
Quelle: Grundbedeutung. Jemand, dessen Beispiel als Warnung dienen kann.
B. [Verb] Schöpfen aus; entnehmen
Quelle: Wang Bis Kommentar: „" — „‚' bedeutet ‚schöpfen aus'."
guì
A. [Verb] Wertschätzen; hochachten
Quelle: Grundbedeutung. Die Haltung gegenüber dem „Lehrer".
ài
A. [Verb] Pflegen; werthalten
Quelle: Grundbedeutung. Die Haltung gegenüber dem „Lehrmaterial".
suī
A. [Konj.] Obwohl (konzessive Konjunktion)
Quelle: Grundbedeutung.
B. [Konj.] Selbst wenn (hypothetische Konjunktion)
Quelle: Erweiterte Bedeutung.
zhì
A. [Subst./Adj.] Klugheit; Gescheitheit
Quelle: Grundbedeutung. Hier mit pejorativem Unterton verwendet, oberflächliche Klugheit bezeichnend.
B. [Subst.] Vermeintliche Weisheit
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Mit der Nuance der Selbstüberschätzung.
A. [Adj.] Verwirrt; in die Irre geführt
Quelle: Grundbedeutung. Das Gegenteil von „míng" (Licht).
B. [Subst.] Große Verwirrung; grundlegender Irrtum
Quelle: Erweiterte Bedeutung. Keine kleine Konfusion, sondern ein grundlegender Verlust der Orientierung.
yàomiào
A. Das Wesentliche und Subtile (Prinzip)
Quelle: Grundbedeutung. „yào" bedeutet „wesentlich"; „miào" bedeutet „subtil".